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" Conversation with Ewan McGregor "

im Southwark Playhouse


in London

am 01. September 2010


von

Lady Moulin Rouge






Conversation mit Ewan McGregor und der Muff von London

" Twittern ", was für ein neumodischer Kram für’s Internet. Ich kann mich damit nicht anfreunden, dass irgendwelche Leute Nachrichten verschicken, die einfach nur unwichtig sind. Kurze Sätze, völlig ohne Aussagekraft !

Ebenso wie das eigentliche Twittern, ist es in Ewan McGregor Foren auch in Mode gekommen solche Kurznachrichten als Beiträge einzustellen. Das geschah am 19. August 2010 im internationalen Forum für Ewan McGregor Fans, dem " Ewan Sisterhood ". Das Mitglied Ewri Fummin lies sozusagen eine Bombe platzen: Ewan McGregor sollte am 01. September 2010 in London einen Auftritt der besonderen Art haben. Es sollte ein Abend der Fragen und Antworten geben, Ewan McGregor wollte einem Theaterbesitzer Rede und Antwort zu seiner Karriere stehen. Das Ganze für den guten Zweck, denn das Theater, das Southwark Playhouse in London, ist sozusagen pleite und der Erlös des Kartenverkaufes sollte etwas Licht am dunklen Theaterhimmel bringen. Das zusätzliche Highlight des Abends war aber dann doch der Teil der Nachricht, indem stand, dass im Anschluss die Zuschauer Zeit hätten, dem Schauspieler ihre eigenen Fragen zu stellen.


Das klang sehr verlockend, zumal ich seit einigen Monaten dabei war, mir Geld zurückzulegen, eben für den Gewissen Ewan-Notfall Reise, der jetzt scheinbar eintrat. Also war das Geld für die spontane Reise eigentlich kein Thema. Eher schon der Zeitpunkt, denn der war ziemlich schlecht. Ich steckte mitten in wichtiger und stressiger Arbeit, die unbedingt fertig werden musste. Und zu dem Termin in London war ich auch noch zum arbeiten eingeteilt. Mir wuchs ehrlich gesagt gerade alles über den Kopf hinaus! Meine gute Freundin aus dem deutschen Ewan McGregor Forum war ausgerechnet auch in dem Augenblick nicht so richtig zu erreichen, sie machte für ein paar Tage mit ihrem Mann in Wien Urlaub. Es war schon spät am Abend als dies alles ohne Vorahnung auf mich einbrach, trotzdem musste ich doch die Nachricht mit dem Ereignis dringend loswerden. Also schrieb ich kurzerhand eine SMS ( alter neumodischer Kram ! ) nach Österreich. Es dauerte und dauerte, bis ich eine Antwort bekam. Doch dann: sie wäre noch wach, ich könnte anrufen. Gesagt, getan. Auch bei ihr platzte diese Nachricht unerwartet rein und wollte in die weiteren Urlaubspläne nicht so wirklich passen. Um einen Grund für diese Reise für sie zu haben, suchte ich für sie Flugverbindungen, die günstig waren. Zwischendurch immer wieder SMS Geschreibe! Und dann platze zur gleichen Zeit auch noch meine andere Ewan Bekannte, das Grillchen99, mit der ich in diesem Jahr schon das Berlinale Abenteuer hatte, ins Geschehen hinein. Auch sie hatte gelesen, was es da an Neuigkeiten mit Ewan McGregor gab. Grillchen99 zeigte ebenfalls Interesse mit nach London mitzukommen. Das könnte ziemlich lustig werden mit uns drei Damen auf Ewan McGregor Erlebnis Tour.

Während ich noch dabei war irgendwas locker zu planen, machte in meinem Ohr plötzlich etwas PLONG und ich konnte auf dem linken Ohr nur noch dumpf hören. Kann ja mal passieren dachte ich mir und ging mit der Hoffnung ins Bett, dass am nächsten Morgen wieder alles okay mit dem Ohr sein würde.

Falsch gedacht!!!! Mein Mann ist bis heute der Meinung, dass das Ewan Ereignis der Auslöser für meinen dann am Freitag vom Arzt festgestellten Hörsturz wurde. Für ihn war meine Reise somit gestorben, denn ich musste über das Wochenende starke Medikamente nehme, die eine Besserung bringen sollten. Ohne Erfolg bis zum Montag drohten sogar tägliche Infusionen. Ich konnte noch immer nicht glauben, dass mir Stress so was bescheren sollte. Eher bereitete mir die Frage Stress, ob ich eventuell für zwei Tage London meinen Arbeitsplan tauschen oder canceln könnte.

Nach dem Arzt ging es für mich zur Arbeit und dort wartete ich bis zum Mittag zur Dienstablösung auf die Chefin. Die war schon über meinen Hörsturz informiert und war darüber sehr bestürzt. Wenn es mir nicht gut gehen, würde sollte ich Bescheid geben, sagte sie. Gut ging es mir in dem Moment aus anderen Gründen nicht. Die Spannung stieg! Ich erzählte ihr, dass ich eigentlich zwei Wochen später für 2 Tage dringend nach London fliegen müsste. Erst stand da nur ein Fragezeichen auf ihrer Stirn, was dann von einem Grinsen abgelöst wurde. Sie hatte verstanden, es ging mal wieder um den Schotten! Ohne große Probleme konnte der Arbeitsplan umgebaut werden… London schien gesichert. Habe ich gedacht, doch mein Mann machte mir für’s Erste einen Strich durch meine Rechnung. Ohr nicht besser, kein London !!! Klare Aussage von ihm. Er wusste gar nicht, was er mir damit für neuen Stress bereitete. Ich wollte ja, dass mein Ohr wieder besser wurde, aber es konnte doch keiner wissen, wie die Medikamente anschlugen und bis London waren es noch etwas mehr als 10 Tage. Ich konnte also nichts wirklich ausrichten. Zumal auch noch die Zu- oder Absagen von Grillchen99 und PinkFairy4Ew ausstanden. Ganz alleine wollte ich nicht reisen. Ich fuhr mit meinem Mann zu Freunden in ein Wochenende voller Ungewissheit! Fragen in meinem Kopf: wird das Ohr besser werden? Wenn ja, bin ich zu spät mit Karten bestellen? Nur gut, dass wir bei unseren Freunden so viel unternommen haben, dass ich nicht die ganze Zeit darüber nachdenken musste. Am Sonntag schienen die Tabletten angeschlagen zu haben, und das habe ich nicht so einfach gesagt, es war so. Das glaubte dann sogar mein Mann.

Ich hätte bei meinen Bekannten online die Karten buchen können, ja können. Wenn ich da nicht meine heiligen Kreditkarten für solche Fälle zuhause gelassen hätte. Also warten bis Sonntagabend, bis wir wieder Zuhause waren. Grillchen99 hatte inzwischen JA zu London gesagt. Ich buchte jetzt für uns 2 die Theaterkarten und meinen Flug. PinkFairy4Ew tat sich noch immer schwer mit einer Entscheidung. Leider kam von ihr ein wenig später doch eine Absage. So buchte ich dann für zwei Personen unser Stammhotel für Ewan McGregor Angelegenheiten in London.

Schon bevor die Veranstaltung mit Ewan in London bekannt wurde, wusste man, dass er zur Zeit in London einen Film mit dem Namen " Salmon Fishing in the Yemen " drehte. Einige von Euch wissen vielleicht, dass es schon lange ein Wunsch von mir ist, mal Dreharbeiten überhaupt mitzuerleben. Was wäre es schön, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Fast täglich gab es neue Twitter Kurznachrichten über die Drehorte sowie Bilder: Ewan dreht heute bei mir neben unserem Büro im Gebäude XYZ blablabla, hieß es da meist. So könnte auch ich zum Twitterfan werden… okay, nicht wirklich. Da ich leider kein Internet in London haben würde, bat ich Mitglieder aus dem amerikanischen Forum doch so nett zu sein, News einzustellen, die eventuelle Drehorte zum Film für den 1. September 2010 bekannt geben würden, während ich schon auf dem Weg oder in London wäre. Ein Mitglied mit Namen Madlen schien da ganz drahtig zu sein und versprach zu helfen. Ich wollte dann in London den Apple Store auf der Oxford Street besuchen um mich dort an den PC’s ins Forum einzuloggen. Normalerweise ist das bestimmt nicht so bei Apple gedacht, dass die Leute die ausgestellten Computer für private Dinge nutzen, aber ich habe im Laufe der Jahre, bei meinen Besuchen in London gemerkt, dass dies wohl doch so ist, oder zumindest geduldet wird. Man kann Leute sogar dabei beobachten, wie sie von dort aus Reisen buchen oder irgendwelche Sachen bestellen. Das ist zumindest die beste Variante um Kosten für einen Besuch im Internet Cafe zu sparen.

Diesmal entschloss ich mich auch für kleines Gepäck. Ganz klar, kurze Reise, kleines Gepäck. Schwierig für mich weil ich immer im großen Stil packe, aber es fällt leichter, wenn man zu einer Jahreszeit verreist, die wärmer ist und T-Shirt Wetter verspricht. Mein Koffer füllte sich schnell mit leichten Sachen. Doch eine Frage blieb: Was an dem Abend im Theater anziehen? So richtig Theater war es ja nicht, sondern NUR eine Gesprächsrunde. Der Ort des Geschehens war auch eher seltsam und erinnerte mich etwas an meine erste Ewan Reise, an die Gegend von der Party des " The Bridge ". Trotz allem, ich packte doch etwas ein, was im Notfall etwas edler erscheinen könnte.

Bevor Grillchen in Hamburg am Reisetag, dem 01. September 2010 aus ihrem Bett kletterte, checkte ich am Morgen noch ein letztes Mal eventuelle News im Internet und machte mich dann in der Frühe von Hannover aus auf den Weg nach London. Ganz entspannt ohne große Erwartungen. Einfach nur Entspannen, den Stress der letzten Tage hinter mir lassen und vielleicht ein schönes Ereignis mit Ewan McGregor und Grillchen99 zu erleben.

London zeigte sich mir von einer Seite, die ich noch nicht kannte. Warm, fast heiß und sehr sonnig. Das machte doch erst recht Lust auf einen schönen Tag in London. Ich brachte meinen Koffer zum Nayland Hotel. Wie üblich konnte ich um 9.oo Uhr noch nicht in unser Doppelzimmer einchecken, erst gegen 14.oo Uhr kann man dort in der Regel sein Hotel beziehen. Also ließ ich meinen Koffer dort in der Gepäckaufbewahrung stehen und bummelte gemütlich am Covent Garden und auf der Regent und Oxford Street, vorbei am Apple Store. Dort wollte ich ja eigentlich neuste Ewan Nachrichten nachlesen. Doch heute war dort alles anders. Unendliche Schlangen zogen sich durch das Gebäude. Die Computer standen auch nicht mehr auf der untersten Etage, sondern jetzt oben. Es wurden immer nur ein paar Leute nach oben gelassen. Ich begriff, dass mein Vorhaben, hier News kostenlos zu lesen, eher aussichtslos war. Daraufhin musste mein Mann in Deutschland seinen Computer anmachen, für mich ins Forum gehen und im richtigen Thema nach Neuigkeiten forschen. Bis jetzt hatte sich nichts weiter getan, keine News zu Drehorten in London. Je nachdem wie man es sieht, kann das gut oder auch schlecht sein.

Irgendwann war es Zeit wieder zum Paddington Bahnhof zurückzukehren. Grillchen99 war jetzt auch bald am Ziel. Für sie übrigens besonders aufregend, da es ihre erste Reise nach London war. Ihr Heathrow Express rollte in den riesigen Bahnhof ein und wir schlossen uns zur Begrüßung in die Arme. Seit Februar hatten wir uns nicht gesehen, nur im Forum oder Emails gelesen. Zusammen gingen wir zu unserem nahegelegenen Hotel. Auf dem Weg berichtete ich schon von der Pleite mit dem Apple Store, aber ich hatte eine Idee. Da PinkFairy4Ew daheim geblieben war und noch Urlaub hatte, warum nicht sie anrufen und bitten im Forum noch einmal für uns " Internet-lose " nachzuschauen. Während Grillchen99 noch kurz ihre Sachen in den Schrank hängte, rief ich PinkFairy4Ew in Deutschland an. Und siehe da, das Unerwartete war eingetroffen. Man hatte wieder gewittert! Madlen hatte diese Nachricht gefunden und ins Forum eingestellt. Der Drehort sollte heute am Amnesty International Gebäude im New In Yard sein. Wo war das denn bitte? Schnell den Stadtplan ausgebreitet. Schön, in der Nähe des Liverpool Street Bahnhofs. Da war ich heute Morgen schon einmal. Das ist der Bahnhof, den ich immer vom Flughafen Stansted mit dem Zug anfahre, um von dort in die U-Bahn ( Underground ) umzusteigen. Hätte ich das gewusst, da wäre ich doch glatt mit meinem Koffer, der ja nicht schwer war und mit Rollen ausgestattet, mal dort vorbeigerollert. Ist schon hart wenn man nicht rund um die Uhr mit Internet ausgestattet ist.

Also war jetzt dieser Drehort unser Ziel. Eigentlich hatten wir vorgehabt, den Weg zum Southwark Playhouse in Ruhe zu finden um am Abend nicht in Eile verfallen zu müssen, weil man nicht genau weiß, wo man überhaupt hin musste. Diese Suche wurde kurzerhand verschoben, der Drehort wurde in unseren Zeitplan einfach neu eingebaut. Die Fahrt mit der U-Bahn dauerte eine Ewigkeit.

Wir verließen den Liverpool Street Bahnhof und liefen mit Karte die Straße entlang und liefen und liefen. Irgendwann war die gesuchte Straße gefunden, sah aber gar nicht danach aus, dass hier ein Sitz von Amnesty International sein konnte. Trotzdem, ich habe schon so einiges gesehen, was nicht nach dem eigentlichen Ort aussah und am Ende war es der dann doch. Also rein in die Straße. In der Ferne stand mitten auf der Straße ein LKW. In meinen Augen verdächtig, denn für kurzes Parken muss so ein LKW auch in London sicher seinen Warnblinker anmachen, wenn er auf der Straße parkt. Wir nährten uns dem Wagen und schon war auf der rechten Straßenseite auch ein Schild aufgestellt was auf Dreharbeiten zum Film " Salmon Fishing in the Yemen " aufmerksam machte.

Foto: Grillchen99

Wenn das Schild nicht schon aussagekräftig genug gewesen wäre, dann aber spätestens ein Wachmann mit Neonweste, der die Nebenstraße absperrte.


Ein Blick dorthin und wir wussten, hier sind wir richtig. Ein älteres Haus weit entfernt in der Straße auf der rechten Seite wurde mit riesigen Scheinwerfern an einem blauen Hebekran ausgeleuchtet. Viele Leute wuselten dort umher aber Genaueres konnten wir nicht sehen.

Das eigentliche Gebäude von Amnesty International wurde zur absoluten Nebensache. Neben dem Wachmann stand auch noch ein weiterer LKW in der Straße geparkt, der allerdings geöffnet war. In ihm schlummerten weitere Kabel und Lampen.



Ich habe ja jetzt darauf gewartet, das einmal etwas passiert, Kameras so richtig Aktion mit Schauspielern aufnehmen aber es kam Nichts so richtig in Schwung. Aber da ich noch nie in meinem Leben sowas gesehen hatte, nahm ich es doch auf, wie ein Schwamm. Grillchen99 hingegen hat sich wohl doch etwas gelangweilt. Sie hatte damals die Dreharbeiten auf der Insel Sylt zu " Der Ghostwriter " verfolgen können und schon damals für sich entschieden, dass sowas sehr langweilig sein kann. Nach einer Weile kam dann nochmal etwas Schwung ins Geschehen, als mehrere Fahrzeuge mit verdunkelten Scheiben von oben in die Straße einbogen und direkt an der Ecke zur abgesperrten Straße hielten. Schnell huschten die Personen an den Drehort.

Wir meinten unter den Leuten Emily Blunt mit rot karierter Bluse erkannt zu haben. Sicher sind wir allerdings nicht, es ging viel zu schnell.


Der Regisseur könnte auch darunter gewesen sein, aber ganz sicher waren wir uns in einem: EWAN war nicht dabei. Den hätten wir wohl auch im Eiltempo unter einer Papiertüte versteckt, wiedererkannt. Entweder er hat sich im Haus befunden oder es war für ihn Drehschuss oder aber er hatte heute wegen der Veranstaltung am Abend Dreh frei. Wir wollten nochmal versuchen aus einem anderen Blickwinkel auf den Drehort zu schauen. Man sah durch die Straße die nächste Querstraße verlaufen. Also einmal ganz um den Block laufen und in der Nebenstraße einen Blick auf das Geschehen werfen.


Ganz unauffällig liefen wir am Drehort vorbei. Leider sah man zwar hier alles näher, aber es gab nichts Interessantes zu sehen. Wieder irgendwelche Arbeiter die Sachen abbauten oder durch die Gegend schleppten. Nur ein LKW mit Requisiten stand offen und man konnte auf die Schnelle Holzgartenmöbel erkennen. Hier gab es wohl heute um die Uhrzeit für uns nichts mehr zu sehen und wir entschlossen uns, uns nun zu unserem eigentlichen Ziel, dem Southwark Playhouse in der Nähe der London Bridge, zu begeben.

Die nächstgelegene U-Bahn Station war auch einen längeren Fußmarsch entfernt. Die Sonne brannte so richtig und ich wünschte mir schon fast den typischen Regen für London zurück. Bei einem Blick auf unsere Uhren wurde uns bewusst, dass wir so richtig getrödelt hatten. Der Zeitplan war völlig aus dem Ruder gelaufen. Wir überlegten, ob wir vielleicht lieber gleich zum Hotel zurück sollten, um uns umzuziehen. Doch wir beschlossen, doch lieber für den Abend Bescheid zu wissen. Das Rennen gegen die Uhr begann schon jetzt. Die U- Bahn Station „ London Bridge „ war erreicht und wir rannten vorbei am " London Dungeon " und dem englischen Kriegmuseum. Dann nach einem kleinen Marsch, stand an der Straße ein Aufsteller, der uns verriet, dass wir hier wohl am Ziel waren.


Ein kleiner gepflasterter Weg neben einem Pub führte zu einem Tor mit dem in Metall eingestanzten Schriftzug „ Southwark Playhouse “.


Fotos: Grillchen99

Das Tor stand offen und ein Mädel stand dort und machte wohl eine Zigarettenpause. Ich fragte sie ob hier am Abend die Veranstaltung " Conversation mit Ewan McGregor " stattfand. Sie konnte mir keine Auskunft geben, sie gehörte nicht zum Theater. Aber sie meinte, dass im Playhouse Leute wären. Wir sollten einfach mal hineingehen und dort fragen. Wir öffneten die Tür und sofort hatten wir einen beißenden aber doch bekannten Geruch in der Nase. Das war der Geruch von moderndem Schimmel, ein richtiger Muff. Wo waren wir denn hier gelandet, waren wir doch falsch ? Das sollte uns gleich beantwortet werden, denn ein junger Mann kam aus einer Tür und wir stellten unsere Frage erneut. Wir waren richtig, doch bestellte Karten konnten wir jetzt nicht mitnehmen, die Rechner zum Ausdruck der Karten waren noch nicht hochgefahren. Eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung wäre das aber möglich.

Wir machten uns nun auf den langen, wirklich unendlich langen Weg zum Hotel. Unterwegs blieb für uns Zeit zu überlegen, was wir im Hotel zuerst erledigen wollten. Die wenige Zeit zum Fertigmachen musste wirklich genau geplant werden. Zwischenzeitlich blieb die Bahn stehen und machte eine Pause. Nein, bitte zu jeder anderen Zeit, nur nicht jetzt. Das musste wohl ein richtiger Bummelzug sein, der an jeder englischen Milchkanne hält. Die Zeit rannte und ich schaute bestimmt jede Minute auf die Uhr. Irgendwann erreichten wir Paddington Station und wir liefen im Eiltempo zum Hotel. Nicht so einfach, wenn man dicke Füße und auch noch Blasen hat. Im Hotel angekommen versuchten wir aufgescheuchten Hühner uns schnell fertig zu machen und uns dabei im engen Zimmer nicht gegenseitig zu behindern. An die Kartenbestellbestätigung, Kameras mussten wir auch denken. Beides vergessen oder schlimmer noch der Ausdruck für die Karten und der Abend wäre gelaufen. Der Umzugsmarathon ging dem Ende zu. Ich legte mir meine mitgebrachte zweite Uhr die besser zum restlichen Outfit passte um, und mich traf der Schlag: sie zeigte mir 19.15 Uhr an. Mir blieb das Herz stehen, aber dann arbeitete mein Gehirn weiter. Die deutsche Zeit war noch auf der Uhr eingestellt. Gott sei Dank, dann war es ja ERST 18.15 Uhr englischer Zeit. Aber das war auch nicht grad besser. Wir mussten sofort los, bei einer Fahrtzeit von 1 Stunde waren wir jetzt schon zu spät um eventuell gute Plätze zubekommen. Es gab nämlich keine zugeteilten Plätze. So spät war ich noch nie bei einer Veranstaltung, bei der es um Ewan McGregor ging… eher Stunden zu früh. Das war aber nun gelaufen und sich jetzt darüber aufzuregen war vergebens, doch innerlich kochte ich. Scheiß blöder Drehort, wo ja eigentlich nichts gewesen war. Ich würde mich in den Allerwertesten beißen, wenn ich mir jetzt den Abend dadurch versauen würde.

Wieder in die Bahn und die Luft brannte, da es durch die Wärme in London in der Bahn noch stickiger als sonst schon war. Wozu eigentlich die Aktion mit dem Umziehen? Ich fühlte mich wie vorher, aber egal. Station für Station fuhren wir die Strecke ab. Dann Umsteigen und nochmal 3 Stationen bis London Bridge weiter. Wir haben uns selbst übertroffen, wir schafften die Strecke diesmal in nur 45 Minuten und kamen gehetzt im Muff an. Boah, kann nicht mal einer einen Lufterfrischer aufstellen? Mit den Karten ging alles glatt, schnell hielten wir sie in unseren Händen. Aber, jetzt kommt das große ABER… Ihr ahnt es vielleicht schon: das Fotografieren und Mitschneiden von Videos war während der Veranstaltung strengstens untersagt. Ja ja, kennt man schon. Ist aber immer wieder ein Schock als Fan. Ich weiß, ich beschwere mich ständig, aber auf der Eintrittskarte stand nix von Ewan oder überhaupt vom Thema des Abends. Sowas kann ich ja haben !

Wir gingen nun zum nächsten, rot gestrichenen Raum weiter. War denn dieser schon der Richtige? Hier wurden wie angekündigt Champagner und Häppchen in Form von Parmaschinken mit Käse und getrockneten Tomaten gereicht. Zum Champagner sagte ich erstmal nein. Ich wollte ja nicht gleich mein Vorhaben, Ewan eine Frage zu stellen, gefährden. Ich schaute mich mit Grillchen99 um. Ein altes Gemäuer mit Bar an der einen Seite und dem Champustisch auf der gegenüberliegenden Wandseite. In der Mitte Tische mit Stühlen wie in einem Bistro aufgestellt. Wildes Geschnatter der Gäste und kein Platz für uns, um sich hinzusetzen. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Die anderen beiden Wandseiten waren quasi frei. Nach oben gingen Wendeltreppen und der Platz dort war mit Paletten bedeckt, auf denen ein paar wenige Stühle standen. Ich war fest der Meinung, dass wir hier unseren Abend verbringen würden. Ewan mit dem Gesprächspartner oben und wir den ganzen Abend aufschauend ! Oben Star, unten Fußvolk. Doch ich sollte mich täuschen. Wenige Minuten später wurde angesagt, das Auditorium wäre jetzt bereit. Wow, doch noch die Gelegenheit um sich gute Plätze zu verschaffen! Wir zwei schossen durch die Menge und zum Auditorium.


Links, rechts und hinten erhöhte Sitzreihen, wie kleine Tribünen von maximal 30 bis 40 Plätzen. In der Mitte auf dem Boden schwarze Sitzkissen, die eher nach gepolsterten Rückenlehnen von Bänken aussahen. War schon urig. Wir entschieden uns für die erhöhten Plätze. Der Boden und vielleicht dort die erste Reihe wäre vielleicht noch näher an McGreg dran gewesen, aber das hätten meine Knie bestimmt nicht mitgemacht. Es war gut, wo wir saßen.

Vor den Tribünen zwei Holzstühle, ein kleiner Tisch mit goldener, großen Tischplatte. Es sah nach einem Requisit aus einer indischen Aufführung aus. Gläser standen ebenfalls auf dem Tisch und daneben auf dem Boden die Wasserflaschen.

Fotos: Grillchen99

Mir war schon so warm, ich hätte mir gern vorne ein Wässerchen genommen. Der Raum füllte sich nach und nach aber die Menge der Leute war überschaubar, gemütlich wie in einer kleinen Runde. Ich schaute in die vielen Gesichter und konnte junge Leute kaum erkennen. Das Alter der Besucher schätze ich auf 30 bis 50 Jahre. Dann würde es jedenfalls kein teenie-haftes Gekreische geben. Nach der Aktion in Berlin würden wir uns diesmal bedeckt und diskret verhalten. Berlin war eine ganz andere Situation. Wir standen weit ab vom Schuß und mussten uns bemerkbar machen, das Ewan überhaupt zu uns kam. Hier befanden wir uns in einer Umgebung wie in einem Wohnzimmer, nur die Gemütlichkeit fehlte. Dafür war aber unser Freund der Muff auch hier mit von der Partie. Manchmal habe ich bescheuerte Gedanken: ist das einatmen von Muff auf Stundenbasis schon schädlich?

Uns gegenüber neben der anderen Tribüne stand eine Dame im bordeauxfarbenen Kleid. Sie hielt eine Profikamera in der Hand. Wahrscheinlich war sie von der Presse. Hinter der Sitzgelegenheit für Ewan und seinen Fragen stellenden Partner war eine schwarze Wand, eine Tür stand leicht offen. Es muss gegen 19.40 Uhr gewesen sein, als plötzlich von dort Alex Hassell der Direktor und Schauspieler des Theaters locker mit Hut auf uns Gäste zukam. Er stellte sich kurz vor und bedankte sich, dass wir so zahlreich erschienen wären und damit das Theater und zur Hälfte Ewan McGregor mit den Eintrittsgeldern unterstützen würden. Kleiner Scherz, das Geld ging natürlich komplett ans Theater. Er machte uns noch einmal darauf aufmerksam, dass während der Veranstaltung Fotos oder Videos machen, untersagt wäre. Deswegen wäre heute auch keine Presse im großen Stil anwesend, man wünschte sich eine Atmosphäre zum Wohlfühlen. Würde dieses missachtet werden, dann würde leider abgebrochen werden. Och menno, man macht doch nicht ständig wie die Presse nur Bilder. Ich hätte so gerne zumindest ein Bild vom Geschehen mit Ewan ! Aber lieber halte ich mich dran, als das er aufsteht und geht. Die Dame im Kleid wurde als Hausfotographien vorgestellt.

Nun war es Zeit, den Ehrengast des Abends vorzustellen… herzlich Willkommen, Ewan McGregor.

Es wurde laut geklatscht, aber nicht gegrölt, wie es oft passiert, wenn Ewan in Shows zu Gast ist oder sogar auf einer Bühne auftritt. Er nahm auf dem rechten Stuhl Platz. Alex Hassell setzte sich dann gleich zu ihm und berichtete kurz, wie es dazu gekommen war, dass gerade Ewan dem Theater mit seinem Kommen half. Ewan war zu Gast in der " Factory " und sah sich dort das Stück Hamlet an, indem Alex Hassell mitspielte. Ewan gefiel damals das Stück so gut, dass man in leichtem Kontakt blieb. Jetzt wo es so schlecht um das Theater stand, kam ihm die Idee, McGregor zu fragen, ob es eine Möglichkeit geben würde, dass er das Theater unterstützen könnte. Die Idee zur Veranstaltung war geboren.

Dann ging es auch schon mit dem Interview los. Alex Hassell hatten seinen Fragenkatalog gut vorbereitet und fing an, diesen jetzt mit Ewan abzuarbeiten. Den Anfang habe ich erstmal nur beiläufig mitbekommen. Ich musste vor mich hin starren. Nein, dies war nicht das Fernsehprogramm, es war live. Das passiert mir fast jedes Mal. Eigentlich müsste mich jemand kneifen. Aber das zeigt mir, dass Ewan McGregor treffen nicht zur Routine geworden ist. Ewan saß dort sehr locker in seinem Stuhl mit seiner Wuschelfrisur. Er war schlabbrig aber nicht schlampig gekleidet. Schwarzes Jacket, schwarzes Shirt, graue Hose und diese unten umgeschlagen. Die Schuhe, reden wir nicht drüber. Es sind sicher seine Ältesten, aber wohl auch mit die liebsten Lederschuhe, die er IMMER trägt. Keiner achtet auf sowas, aber mir fielen die Socken ins Auge. Ausgeleierte weiße Tennissocken. Noch nicht mal vernünftig hochgezogen! Hat denn dieser Mann kein Geld oder ist er der sparsamste Schotte?

Wie man es von ihm gewohnt ist fuchtelt er beim sprechen gerne mit seinen Händen in der Luft herum. Wenn er nicht gleich eine Antwort findet, dann gehen die Hände in die Haare oder zur Nase. Kaum war er dabei zu antworten, da waren die Hände auch schon wild in Aktion. Jetzt schaltete ich mich auch langsam wieder ein. Ich hörte aufmerksam zu und versuchte die vielen Fragen zu behalten. Wirklich nicht einfach. Also in Reihenfolge könnte ich sie auf keinen Fall wiedergeben.

Ziemlich am Anfang kam eine Frage, wie seine Kinder seine Arbeit so aufnehmen. Dazu erzählte McGreg, das seine jüngste Tochter ( Esther Rose ) Papa gerne auf der Bühne sieht. So manches ist nicht unbedingt für ihr Alter bestimmt oder ist zu lange, als das so eine kleine Dame so ein Stück bis zu Ende sehen könnte. Doch die Kleine drängelt oft so lange bis sie ihren Willen durch bekommt. So geschehen mit dem Stück OTHELLO. Das erste Mal ist seine Frau mit ihr nach einer Weile gegangen. Beim zweiten Mal musste es bis zum Schluss sein und sie hat sich richtig verbissen in das Theaterstück reingelebt. Neben ihr saßen ältere Mädchen, die eigentlich wissen müßten, wie man sich benimmt. Sie spielten mit " Maltesers " ( eine englische Süßigkeit: Malzkern mit Schokolade überzogen ! ), warfen damit in der Gegend rum. Ewan bekam das auf der Bühne mit und war leicht angefressen. Wie kann so ein kleines Mädchen dem Schauspieler auf der Bühne mehr Respekt entgegen bringen als diese älteren Mädchen. McGregor war begeistert von seiner Tochter, aber auch total enttäuscht von diesen Zuschauern.

Die nächste Frage beschäftigte sich mit Ewans Lieblingsfilmen, aus der Riege, die er einmal gedreht hatte. Dazu sagte er, dass er eigentlich keine Lieblingsfilme hat, aber es gibt viele liebgewonnene Erinnerungen an Filme. Mit dazu gehört einer der frühsten aus seiner Karriere: Pillow Book. Ihn faszinierte besonders die außergewöhnliche Umsetzung des Regisseurs. Dabei erwähnte er besonders die Bild in Bild Szenen ( Sorry, leichter Insider... bitte Film angucken !!!! ). Das Meiste des Filmes wurde an einem Set gedreht. Als nächstes fragte Alex Hassell, wie Ewan überhaupt auf die Schauspielerei gekommen wäre. Darauf bekamen wir alle die Antwort, dass er gerne mit seiner Mutter von Kindesbeinen an ins Theater gegangen wäre. Schon damals bemerkte seine Mutter, dass er einen Narren daran gefressen hatte. Mit 16 Jahren fing er an Theater im Kleinen zu spielen.

Was macht Ewan lieber: Theater spielen oder einen Film drehen ? Theater spielen fällt ihm nicht so leicht, da er ziemlich viel mit dem Lampenfieber zu kämpfen hat und er bei der Vorstellung eine Szene nicht wie beim Film immer und immer wieder neu spielen kann. Würde man ihm heute ein Script in die Hand drücken, könnte er morgen einfach und ohne Probleme vor der Kamera stehen.

Natürlich gab es auch eine Frage zu den Regisseuren, mit denen er im Laufe seiner Karriere zusammengearbeitet hatte. Dazu sagte er, dass er schon stolz ist mit eben vielen berühmten Regisseuren darunter gearbeitet zu haben. Jeder einzelne hat eine ganz andere Art Filme zu drehen. Glaubt mir, Ewan zeigte uns mit Gesten und Mimik welche Leute er meinte. Man konnte sofort, schon am Akzent Roman Polanski erkennen. Der Raum tobte, er hätte gerne den ganzen Abend Leute nachmachen können. Woody Allen ist jemand, der Szenen am liebsten nur ein einziges Mal spielen lässt. Roman Polanski zeigt gerne vor dem Dreh einer Szene wie diese gespielt werden soll und weicht auch kaum vom Drehbuch ab. Eher lässt er unterbrechen und fragen, wo eben eine Eigeninterpretation hergekommen ist. Er merkt alles, möchte aber eigentlich nichts verändert haben. Woody Allen mißbraucht sogar die Schauspieler als Lichtdouble. Ist eigentlich nicht nötig, aber wenn Woody Allen meint, dass es das Geld wert ist, dann macht dabei sogar ein Ewan McGregor mit, auch wenn er das für albern hält. Bei George Lucas traf man mal wieder den wunden Star Wars Punkt. Eigentlich wollte Ewan nicht über die Zeit sprechen, aber er musste auch hier erklären, wie schwierig es ist, ohne wirklichen Schauspielpartner zu arbeiten. Dabei liebt Ewan es, mit einem Partner richtig vor der Kamera zu schauspielern. Es gibt nur wenige, mit denen man einfach drauflos spielt, dass würde unheimlich viel Spaß machen. Viel besser, als mit unendlich viel Technik zu arbeiten.

Einen richtig guten Schauspielpartner hat Ewan wohl in Jeff Bridges gefunden. Als er mit ihm eine Szene für " The Men who stare at Goates " probte, wurde den beiden nur ein Keyboard in einen leeren Raum gestellt. Sie sollten eine Situation spielen, die erst zum Ende des Filmes spielte, dabei hatten sie gerade erst mit den Dreharbeiten begonnen. Wie auch immer, durch einen Zufall nahmen die beiden Akteure im Film ohne es zu wissen Drogen und sollten dies jetzt zeigen. Jeff Bridges begann und konnte die Situation so gut rüberbringen, das er Ewan förmlich mitgezogen hat. Das meinte er damit ein Gegenüber zu haben, mit dem man richtig schauspielern kann.

Ewan erzählte zwischendurch etwas über einen schon länger abgedrehten Film mit Namen " Beginners ". Ich hatte bis dahin zwar von den Dreharbeiten gehört, auch Bilder gesehen, aber wusste nicht wirklich, worum es in dem Film gehen sollte. Dank Ewan weiß ich es jetzt und ich glaube, ich finde den Film etwas seltsam. In einer Familie spielt Ewan den Sohn. Seine Mutter stirbt an Krebs, was für die Familie und für den Sohn ein Schock ist. Der nächste Schock folgt sogleich, denn sein Vater outet sich als schwul und möchte von dem Moment an, dies auch ausleben. Auch sein Vater erkrankt schwer, gerade zu der Zeit, wo sich sein Sohn verliebt. Eine verzwickte Geschichte zwischen Vater und Sohn. Wo kommen solche komplizierten Geschichten bloß immer her? Oder sind es Geschichten, die das Leben schreibt?

Irgendwann scheint Ewan vom vielen reden Durst bekommen zu haben und öffnet sich seine Flasche Wasser. Wie das oft so mit Mineralwasser ist: die Flasche wurde nicht geschüttelt, aber trotzdem spritzt sie. Auch das musste Ewan passieren. Nicht nur ich fand das lustig, alle anderen Zuschauer und Ewan selbst mussten darüber herzlich lachen.

Eine weitere Frage beschäftigte sich mich Ewan als Regisseur. Ob Ewan sich darin auch sehen würde? Einen Film hätte Ewan im Kopf, wenn er das original Buch lesen würde. So geschehen mit dem Buch " Silk ", was er während einer Drehpause in einem Buchladen gefunden hatte. Eigentlich kaufte er es nur wegen dem Cover, das war seiner Meinung doch zu schön. Zuhause las er das Buch, verschlang es förmlich und seine Phantasie hatte ihn so angeregt, dass er dieses Buch verfilmen wollte. Ganz genau habe ich es nicht verstanden, aber es war irgendwas mit den Filmrechten, was ihn letztendlich davon abhielt, sich näher damit zu beschäftigen. Einige Zeit später bekam er als Schauspieler zu diesem Buch ein Drehbuch zugeschickt. Er las es und hat diesen Film abgelehnt. Seine Phantasie wurde mit dem Script total zerstört, er hatte anderes im Kopf und wollte dieses schlecht umgesetzte Buch nicht spielen.

Ein Schauspieler wird übrigens bei seiner Arbeit sehr unterstützt. Ewan erzählte von seinem Film, den er zur Zeit in London drehen würde. Und so waren wir auch jetzt bei " Salmon Fishing in the Yemen ". Dort spielt Ewan einen Wissenschaftler, der angelt. Ewan kann nicht angeln und bekam extra dafür Unterricht. Und das ist nur ein Beispiel gewesen. Muss Ewan einen bestimmten Typ spielen, dessen Sprache oder Aussprache anders ist, dann wird ihm ein Coach zur Seite gestellt, der sich sein gesprochenes Englisch anhört und ihn dann verbessert und ihm Tipps für seine Sprachrolle gibt.

Gegen 20.45 Uhr war Alex Hassell mit seinen Fragen am Ende. Er läutete damit die Pause ein und erwähnte, dass nach der Pause von ca. 30 Minuten unsere Zuschauerfragen an der Reihe wären. Grillchen und ich nutzten die Pause, um uns in Stichpunkten das vor der Pause Gehörte aufzuschreiben. Schon jetzt fiel es uns schwer alles wiederzugeben. Die Reihenfolge ist definitiv nicht mehr dieselbe. Ich denke das ist aber auch egal, denn der Abend sollte keine Schwerstarbeit für uns sein, sondern nur ein Abend voll Ewan und der Freude im so nah zu sein.

Zumindest ich blieb auf der Tribüne sitzen, ich wollte meinen guten Platz nicht aufgeben. Innerlich kämpfte ich mit mir: sollte ich eine Frage stellen oder doch lieber nur den anderen Fragen und antworten lauschen? Ich beschloss, dies spontan zu entscheiden. Eine Frage hatte ich bereits im Kopf, aber wer wusste schon ob diese vielleicht vor mir schon gestellt werden würde. Da jetzt Pause war und kein Ewan zu sehen war, machte Grillchen99 kurz zwei Bilder von unserer Umgebung, auch von den leeren Stühlen. Mein Vordermann und sein dunkelhäutiger Freund hatten den Raum verlassen, waren aber ziemlich unvorsichtig. Da stand eine Tüte mit Moulin Rouge DVD & CD. Da saß doch tatsächlich ein Fan von " Moulin Rouge " vor mir.

Um 21.10 Uhr waren wieder alle Zuschauer an ihren Plätzen und Ewan war auch zurück aus der Pause. Diesmal setzte er sich allerdings auf den linken, bestimmt unbequemen Holzstuhl.

Das Fragespiel wurde eingeleitet, doch es gingen etwas verhalten die Hände in die Höhe. Mir schlug das Herz bis zum Hals. Glück gehabt, die erste Frage war zumindest nicht meine. Auf der anderen Seite der Tribüne wurde die Frage gestellt ob es schwer gewesen wäre in die Rolle des schwulen Phillip Morris zu schlüpfen, ob es allgemein schwierig wäre Schwulenfilme zu drehen.

Ewan antwortete erstmal wie aus der Pistole geschossen, das es ihm keinerlei Probleme bereiten würde überhaupt diese Art von Film zu drehen. Es hätte ihm hier geholfen den wahren Phillip Morris zu treffen und etwas von ihm in die Rolle mit einzubringen. Was komisch gewesen wäre: Jim Carrey pickst beim küssen. Der Lacher war auf seiner Seite !

Ewan nahm genau hinter mir jemanden mit einer Frage an die Reihe. Es war eine Dame die auch direkt aufstand. Sie sagte sie wäre die stolze Mutter von Alex Hassell und hätte überhaupt keine Frage. Sie wollte nur mal kurz sagen, das ihr Sohn, nachdem Ewan McGregor für diesen Abend zugesagt hätte eine gefühlte Woche wie ein kleines Kind durch die Gegend gerannt wäre und sich so was von gefreut hätte, das ausgerechnet ein Ewan McGregor ihm helfen wollte. Das wäre es auch schon gewesen. Na, ob dem Alex das nicht irgendwie peinlich gewesen ist? Mutti gibt so was privates ausgerechnet vor Ewan McGregor preis.

Jetzt streckte ich auch mal meine Hand nach oben aus. Die Hände waren mehr geworden, gegen die meine Hand ankämpfen musste. Aber es war schon klar, das nicht nur auf meiner Seite die Fragen gestellt werden konnten.

So kam eine Frage aus der Mitte an die Reihe. Wir hatten mittlerweile mitbekommen, dass dort eine Gruppe Jungschauspieler saß. Die Frage lautete irgendwas mit Tipps für junge Schauspieler. Ewan beantwortete die Frage kurz und knapp und ungefähr damit, dass man als Jungschauspieler unendlich viel an sich arbeiten muss. Man wacht nicht einfach auf und ist plötzlich berühmt! Diesen Satz hat er herrlich rübergebracht. Selbst er müsste noch immer viel geben. Als er jung zum Theater kam war es für ihn quasi ein Unding die sogenannten " Aufwärmübungen " in Sprache zu machen. Er wollte sich nicht lächerlich machen. Aber es gehört nun mal dazu !

Eine weitere Frage, aber nicht meine, war, wie er denn zu dem " Nanny McPhee – The Big Bang " Film gekommen wäre. Ihr erinnert Euch, Ewan spielt darin eine Mini Rolle am Ende des Filmes. Bis zur Veröffentlichung des Filmes wusste kein Mensch von seiner Rolle. Eigentlich wüsste er gar nicht so genau warum ausgerechnet er die Rolle bekommen hätte. Der Drehbuchautor hatte sich wahrscheinlich ihn in der Rolle gewünscht. Emma Thompson, die Nanny hätte sich wohl auch für ihn ausgesprochen und so kam es zu der Rolle. Es hat ihm übrigens unheimlich viel Spaß gemacht, darin mitzuwirken. Die Umgebung war so schön und da macht es natürlich mehr Laune so etwas drehen zu können. Die Kinder mit denen er spielte, haben ihm unheimlich gefallen, sie waren so natürlich, was nicht immer der Fall ist. Normalerweise befürworte er es nicht, wenn Kinder schon schauspielern würden. Es würde ihrem Ego schaden, aber wie auch immer, er arbeite gerne mit Kindern.

Meine Hand war wieder oben und ich hatte nicht mehr damit gerechnet, doch Alex Hassell nahm mich mit den Worten " The Lady with the red Glasses, please " dran. Du meine Güte, ich war wirklich an der Reihe? Konzentration... und schon sprudelte meine Frage aus mir raus: Wirst Du in Zukunft wieder auf der Bühne zu sehen sein ? Vielleicht sogar in London ?

Wie sicherlich allen anderen, die Fragen gestellt hatten, beantwortete Ewan mir die Frage direkt in mein Gesicht. Er drehte sich für die Antwort nicht weg. Ich war hoffentlich nicht rot, denn es war für mich eine echte Überwindung, ihm persönlich diese Frage zu stellen. In den meisten Fällen würde ich sagen, versagt genau dann mein Englisch, was eh nicht das allerbeste ist.

Aber Ewan hatte mich sehr wohl verstanden. Zur Zeit, würde es keinerlei Projekte in der Richtung geben. Allerdings stehe er in regem Kontakt zu Michael Grandage, durch den er damals zum Musical von " Guys & Dolls " gekommen wäre. Wenn er etwas Passendes hätte, dann würde er sehr gerne wieder auf die Bühne zurück kehren. Ob in London, blieb Ewan mir schuldig, aber ich war schon so mit der Antwort mehr als zufrieden.

Oh mein Gott, ich hatte es unbeschadet überstanden, diese eine Frage zu stellen und dann auch noch beantwortet bekommen zu haben. Ich war so stolz! Nur langsam ging mein Puls wieder runter. All der Stress an dem Tag war vergessen. Ich genoss es nun beruhigt, ohne Stress anderen Fragen zuzuhören.

Eine Frage gab es zu " Trainspotting ". Was genau habe ich nicht mitbekommen, die Person hat genuschelt. Es muss aber irgendwas mit Inspiration für den Film gewesen sein. Ewan erzählte, dass er einmal in Luxemburg war. Seiner Meinung nach einer der hässlichsten Städte der Welt ! In Trainspotting spielt er ja einen Junkie. Jedenfalls wäre Ewan dort am Bahnhof gewesen und hätte Drogenabhängige beobachtet. So schlimm wie die eigentliche Situation für die Leute in dem Milieu ist, Ewan machte für uns einen Junkie nach der sich eigentlich eine Zigarette anstecken wollte und den er dort am Bahnhof gesehen hatte. Dieser war wohl gerade so voll mit Drogen, dass er nicht wirklich mitbekam, was er eigentlich machte. Langsam schwankte er mit Zigarette, aber noch nicht angezündet, nach vorne. Als würde jemand langsam einnicken! Irgendwann verharrte der Junkie in einer komischen Haltung. Ich weiß nicht wie lange er da wohl so gestanden haben sollte, aber plötzlich zuckte Ewan zurück in die Normalposition und tat als würde er sich jetzt eine Zigarette anzünden. Und schwankte dann zurück nach hinten und knallte auf dem Boden auf. Das sah wirklich sehr echt aus. Alle Zuschauer mussten sehr lachen.

Auch diese Frage war für Alle interessant: Wann wird es quasi den dritten Teil der Motorradreise von Charley Boorman und ihm geben? Leider nicht allzu bald, einen neuen Trip wollen die beiden erst im Alter wagen. Das kann ja dann noch dauern! Ewan griff auch gleich das Thema Motorräder im Allgemeinen auf. Er liebe es an seinen alten Motorrädern zu basteln. Außerdem ist er Besitzer von einem alten VW Käfer. Er liebt einfach den Geruch von alten Autos.

Wie schützt Ewan seine Kinder vor der Öffentlichkeit, also vor der Presse? Ewan führt schon seit langer Zeit heftige Kämpfe auch per Gericht gegen die Paparazzi, die seine Kinder ohne sein Einverständnis auf Bilder bannen und dann für teures Geld an die Klatschzeitungen der Welt verkaufen würden um damit ein Stück vom Geldkuchen abzubekommen. Da mittlerweile bekannt ist wie hart er dagegen vorgeht ist es ruhiger geworden.

Eigentlich sollte nun die letzte Frage an Ewan gestellt werden. Die war auch gefunden: ob er noch weitere Regisseure so schön " Nachmachen " könnte wie vorhin im ersten Teil der Veranstaltung. Dies war Ewan sichtlich peinlich, tat so als würde er die Frage nicht gehört haben, meinte aber das dies keine schöne Schlussfrage wäre und nahm einfach eine andere Frage dran. Welche das war, ich kann mich nicht mehr erinnern, denn ich war sichtlich von meinem Vordermann enttäuscht und machte Grillchen99 auch darauf aufmerksam. Der Typ hatte tatsächlich seine Kamera ausgepackt und machte einen Videoclip. Dankeschön, dreist sein siegt oder wie? Gut fand ich das jedenfalls nicht. Ich hätte auch ein Video machen können, tat es aber nicht um den Verlauf des Abends nicht negativ zu gefährden.

Die Fragerunde war offiziell beendet, was Ewan sehr bedauerte, da noch so viele Fragen der Zuschauer offen waren. Hände gab es noch genug.

Alex Hassell hatte noch etwas in Petto. Er holte von hinten ein Bild, einen Akt. Dieses Bild sollte versteigert werden und so auch dem Theater als Erlös zugute kommen. Im ersten Moment dachte ich, er wolle Ewan das Bild schenken. Genau das muss auch Ewan gedacht haben und schaute leicht verwirrt. Dann die Frage ans Publikum: möchte direkt hier jemand etwas für das Bild bieten? Sowas von hässlich, aber es fand sich zumindest jemand auf der Tribüne in der Mitte der das Bild etwas näher betrachten wollte. Ersteigern wollte er es allerdings nicht.

Ewan wurde mit herzlichem Applaus verabschiedet und in Sekundenschnelle holte ich ebenfalls meine Kamera aus der Tasche und versuchte von Ewan noch ein Bild zu machen. Jetzt war ja alles vorbei, also warum nicht noch schnell wagen. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass meine Kamera nicht die Schnellste ist, also war das erste Bild verwackelt und das Zweite total unscharf. Sollte das mein Erinnerungsfoto mit Ewan von diesem Abend sein?


Ewan McGregor war weg. Die Menge verließ langsam den Raum. Allerdings mein Vordermann mit Freund rannte wie von der Tarantel gestochen raus. Hey, das ist doch sonst immer mein Part. Warum auch immer hatte ich in dem Moment nicht so das Bedürfnis danach, es ihm gleich zu tun. Grillchen99 bemerkte, dass ihre Tasche in einen der Zwischenräume der Tribüne gefallen war. Sie holte sie schnell wieder hervor, war sich aber nicht sicher, ob sie denn jetzt auch nichts aus ihrer Tasche verloren hätte. Ich sah noch einmal nach und fand an der Stelle eine Schraube. Grillchen99 möge mir verzeihen, aber hast Du eine Schraube locker? Schraube verloren? Ich hab das Teil jedenfalls als Souvenir mitgenommen. Zusammen sind wir dann erstmal in den Raum mit Bar zurückgekehrt. Dort schnappte ich mir jetzt endlich ein Glas Champagner und das tat richtig gut. Da war ja auch wieder die Fotodame. Ich beschloss, sie anzusprechen, ob ich vielleicht irgendwie Bilder von dem Abend bekommen könnte. Sie war nett und freundlich und sagte ich könnte sie später über ihre Webseite erreichen. Sie hieß Faye Thomas ! Das musste ich sofort nach dem Gespräch aufschreiben und bat Grillchen99 um unsere Notizen. Hätte ich das im Kopf behalten müssen, ich hätte es sicher vergessen.

Faye Thomas hat eine Facebook Seite mit einigen Bildern des Abends. Leider darf ich von Ihr keinerlei Bilder benutzen, aber wenn Ihr mögt, dann schaut doch mal bei Ihr vorbei:

facebook.com

Jetzt erst fiel mir ein, dass ich vielleicht doch gut daran tun würde, meinen Video Vordermann zu suchen. Ich sagte Grillchen99 Bescheid und wir waren grad auf dem Weg ganz nach draußen, wo ich ihn vermutete, dass er auf Ewan wartete um seine Moulin Rouge Sachen zu unterschreiben. Mitten im Gehen kam er mir entgegen und ich machte sofort kehrt und dackelte mit Grillchen99 hinter ihm her. Überallhin wollte ich ihn auch nicht verfolgen. Ich wollte einen glücklichen Moment abwarten. Zur Sekunde äußerst ungünstig, denn der gute Mann, ich schätze übrigens jünger als ich, ging zur Toilette. Dort konnte er mir jedenfalls nicht unbeobachtet entwischen. Einen Moment später kehrte er zurück und jetzt war mein Augenblick gekommen. Ich quatschte ihn einfach an und erzählte, dass ich extra aus Deutschland angereist wäre um dem Ereignis beizuwohnen und später auf meiner Webseite davon berichten zu können. Ob ich das Video irgendwie bekommen könnte. Er lächelte und er wollte es mir zuschicken, wenn ich ihm meine Visitenkarte geben würde. Ich hatte schon was vorbereitet und tat als müsse ich sie erst in meiner Tasche suchen. Tada, da war die Karte! Zu dumm ist nur, dass ich ihn nicht gleichzeitig auch nach seiner Karte oder zumindest nach seiner Mailadresse gefragt habe. Glatt vergessen und es scheint sich jetzt schon zu rächen. Bis jetzt und ich schreibe die Geschichte jetzt schon ein paar Tage nach dem Ereignis, hat sich bei mir deswegen noch niemand gemeldet.

Alles Wichtige war eigentlich abgehakt. Aber nein, das konnte doch nicht wahr sein: da stand Ewan auf einmal an der Bar. Ein echter Glücksfall ! Grillchen99 beschloss sofort, ihre Chance zu nutzen. Einmal ihr persönliches Bild mit Ewan und ich kann nachvollziehen, wie gerne man so was möchte. Und dann war da noch der Wunsch von ihrem Sohn. Auf Sylt sollte schon ein Foto mit Ewan als Obi Wan Kenobi für ihn unterschrieben werden. Damals nicht geschafft, aber heute war es wieder mitgereist, um mit Autogramm vollendet zu werden. Grillchen99 war in der Menge verschwunden. Ich jedenfalls hab sie so nicht sehen können. Derweil machte ich Bilder von der Meute, die sich dicht um Ewan drängte. Alles war andauernd in Bewegung und ich kriegte Ewan einfach nicht im Ganzen vor die Linse. Das ewige Schicksal.

Auf den unteren beiden Bildern seht Ihr Mister " Verbotenes Ewan Video "


Irgendwann hörte ich Grillchen99 aus der Menge rufen, Ewan kam jetzt auch in meine Nähe. Also konnte Grillchen99 auch nicht weit sein. Sie hatte mich gefunden und wollte, dass ich mit ihrer Kamera ein Foto von ihr und Ewan machen sollte. Hätte ich liebend gern gemacht, nur auf dem Display ihrer Kamera standen irgendwelche Einstellungen, die ich ohne Hilfe nicht einfach weg bekommen hätte. Musste sie also noch mal ran, aber auf die Schnelle war das nicht in den Griff zu kriegen. Ich zückte doch meine Kamera in der Hoffnung, dass nur dieses eine Mal die Kamera mitspielen würde. Ich drückte ab... das Motiv sah wirklich schön, die beiden da so nebeneinander, aber das Bild war unscharf.


Der Moment mit Ewan war für Grillchen99 auch schon vorbei. Später erzählte Sie mir übrigens dazu, dass Ewan eine Weile an ihrer Seite war, nachdem sie das Autogramm für ihren Sohn bekommen hatte. Sie fing an, nach mir zu rufen und kurz bevor sie auf mich traf, hätte er ebenfalls mit meinem Namen nach mir gerufen. Das finde ich ja schon wieder lustig, nur leider habe ich das ja nicht wirklich gehört.

Für den Moment beobachteten wir nur was Ewan jetzt so anstellte. Es gab auf einmal jede Menge Leute die Bilder und Autogramme mit ihm wollten. Die Menge wanderte mit ihm von der Bar, zur Mitte des Raumes, hin zu einer Sitzecke mit zwei Damen auf der rechten Seite neben der Champagner-Bar.

Jetzt erst hatte mich auch der Ehrgeiz gepackt. Ich dachte mir, dass es vielleicht auch ein netter Abschluss wäre, auch ein Bild mit Ewan von dem Abend zu haben. Also lauerten wir in der Nähe um die Ecke rum auf einen passenden Moment. Ich wollte Ewan ja ansprechen, keine Frage aber ich wollte seine Gesprächsrunde auf keinen Fall stören. Ein bisschen Anstand habe ich dann auch von Zuhause aus mitbekommen.


Während wir warteten kam noch mal ein Fingerfoodteller vorbei. Kraft tanken, war bestimmt noch mal drin. Grillchen99 machte zur vorsicht schonmal GANZ UNAUFFÄLLIG ein Bild mit mir und Ewan im Hintergrund !

Foto: Grillchen99

Ein weiterer Blick von mir rüber zu Ewan. Der war weg ! NEIN, hatte er sich aus dem Staub gemacht? Ein genauerer Blick verriet mir, dass er sich nun gerade mit Küsschen von den beiden Damen verabschiedete. Jetzt oder nie. Ich stand hinter ihm und fragte ihn ob er noch ein letztes Bild mit mir machen könnte. Ja, kein Problem, aber das wäre auch wirklich das letzte Bild, denn er müsse jetzt gehen. Grillchen99 hat das ganze besser gemacht. Ewan stand neben mir und sie schoss uns beide ab. Dieses Bild war scharf !!!!

Foto: Grillchen99

Wir verabschiedeten uns brav und Ewan verschwand tatsächlich wie gesagt durch einen Nebenausgang.

Ich weiß nicht, wer von uns beiden jetzt glücklicher war: Grillchen99 mit Autogramm für den Sohn und verwackeltem Bild von mir oder ich mit neuem Bild à la " Ewan im Arm". Jedenfalls verließen, wir den Ort des Geschehens, den Muff vom Southwark Playhouse. In der Tür sprach Grillchen99 noch einen Typ an, der einen Button zum Theater trug. Den hat sie dann auch " abschwatzen " können. Nicht weit vom Ausgang stand eine Bank. Die war noch ein Weilchen unser. Wir mussten kurz den Abend Revue passieren lassen und ich bekam Zeit, mich kurz bei meinem Mann in Deutschland melden zu können. Kaum wichtig, aber der Ehemann muss wissen, dass es wieder ein neues Bild mit dem Herrn McGregor für Zuhause gibt.

Am nächsten Tag, nach einer kurzen Nacht, denn es mussten noch vor dem zu Bett gehen weitere Stichpunkte vom Abend aufgeschrieben werden, machten wir uns noch einmal auf, Grillchen99 auf den letzten Drücker London zu zeigen. Piccadilly Circus mit Eros und Reklame am Haus, Piccadilly Theatre, Big Ben ( wir hörten den 12.00 Uhr Gong ! ) mit House of Parlament, Dudelsackmusik auf der Brücke zum London Eye, Downing Street No. 10, Trafalgar Square, Buckingham Palace, Taxifahrt. Irgendwo dazwischen, ich glaube es war zwischen Big Ben und Downing Street entdeckte ich ein Photogeschäft. Ich fragte dort, ob es okay wäre, von einem Kamerachip ein einziges Bild auf Fotopapier zu bringen. Es war möglich, und so war ich mit Ewan in ca. 10 Sekunden nach Wahl des Bildes gedruckt.

Ich kehrte am späten Abend mit dem Flugzeug nach Hannover zurück und konnte noch am Flughafen meinem Mann mein London Highlight zeigen:

MEIN neues Bild mit Ewan McGregor !







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