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Long Way Round Buchpresentation

in London

vom 11.10.200 bis 13.10.2004

von

Lady Moulin Rouge




Begonnen hatte ja alles mit der Nachricht das Ewan in London bei Waterstones das LONG WAY ROUND Buch presentiert. Da konnte ich nicht anders und habe Ambersky, der Besitzerin der Ewan Seite und Forum, erstmal nur eine Mail geschrieben... Minuten später schon die Antwort. Sie hatte diese News gar nicht mitbekommen, aber war schon sehr begeistert. Wir schmiedeten erste Pläne, doch da gibt es auf beiden Seiten Ehemänner, die gefragt und überzeugt werden wollten, das man eben unbedingt nach London muß. Warum auch immer ging es bei meinem Mann diesmal recht kampflos... später als ich ihn mal fragte warum das so gewesen wäre hatte er nur zur Antwort: Wiederstand wäre in dem Fall eh zwecklos ! Von Amberskys Seite kam dann Gott sei Dank auch das okay... ich wäre so oder so geflogen, nur zu Zweit ist's dann doch netter. Gleich am Montag buchten wir also online Flüge und Hotel. Allerdings mußten wir jeweils alleine fliegen, da Ambersky von mir einfach zu weit entfernt wohnt und ihre Flüge ziemlich billig abstauben konnte. Nun war ja schon alles unter Dach und Fach. Aber dann tauchte am nächsten Tag eine Zusatznachricht im Netz auf: Ewan und Charley sollten zusätzlich zu der Buchsignatur bei Waterstones noch eine Veranstaltung im " Institute of Education " haben. Wir uns schon ein Loch gefreut Ewan am Tag gleich zweimal zu sehen. Aber so einfach war es nicht: Karten die bei dieser Veranstaltung erstanden werden mußten, konnte man nur per Telefon erwerben. Eigentlich auf den ersten Blick kein großes Problem, doch die Nummer war eine englische Hotline die man nur über England erreichen konnte. Also hatten wir keine Chance ! Es wurden englische Freunde mobilisiert die dann dort anrufen sollten, was sie auch getan hatten, aber zur Antwort bekamen, das es nur Tickets für den 11. Oktober 2004 geben würde und nicht wie im Internet angegeben für den 12. Oktober. Wir hatten uns schon fast abgefunden dabei zu sein, doch ich hatte nicht mit meinem Chef gerechnet. Ich hatte ihn, weil er ja auch Kontakte nach England hat, ebenfalls um Hilfe gebeten. Er hatte es tatsächlich geschafft für mich Tickets zu bestellen und war ganz stolz als er mir den Ausdruck für die Bestellung überreichte. Allerdings hatte auch er nicht gesehen, das die Tickets auch dort für den 11. Oktober waren. Das hatte ich zwar gesehen, wollte ihn aber nicht vor den Kopf stoßen und habe einfach gar nix gesagt.

Am Samstag bekam er dann per Mail die Bestätigung für seine Kartenbestellung und rief ganz verzweifelt bei meinem Mann an. Oh Gott, was hätte er da gemacht, ich wäre doch jetzt nicht dabei ! Unglaubliches passierte, mein Chef hat meinen Mann beauftragt auf seine Kosten meinen Flug so umzubuchen, das ich bei dem Event dabei sein würde. Als ich das hörte war ich ja ziemlich platt ! Mein Chef wußte was das für mich bedeutete, ein 2 Jahre alter Traum würde in Erfüllung gehen. Stunden später war der Flug für mich samt Hotel umgebucht... Ambersky war da leider schlechter dran. Keiner der die Kosten für die Umbuchung tragen würde ! Es tat mir sehr leid, aber das verlockende Angebot konnte ich mir nicht entgehen lassen ! Allerdings bedeutete das für mich jede Menge Streß: ich mußte innerhalb von wenigen Stunden eine Tasche schneidern und meine Wäsche auf die Reihe kriegen, denn mein Flug ging nun um 20.30 Uhr am Sonntag, anstatt am Montag. Fragt mich nicht wie, aber ich hatte es geschafft. Überpünktlich war ich in Hannover am Flughafen. Wenn doch meine Maschine auch so pünktlich gewesen wäre. Nach viel Warterei ging der Flug dann gegen 22.30 Uhr. Am Ende war es mir egal wie spät ich an diesem Tag in London war... ich war in der Stadt in der man Ewan trifft und gut ! Überglücklich, aber supi fertig, fiel ich in mein Hotelbett !!!

Das ich nicht wirklich gut geschlafen habe, kann glaube ich jeder verstehen, oder. Ich war unruhig und wollte den Tag in London nicht verschlafen. Mein Wecker klingelte also schon um 7.00 Uhr englischer Zeit ( eine Stunde hinter uns ! ) und nur 30 Minuten später saß ich am Früstückstisch für das einzig wahre englische Frühstück: Baked Beans, Speck, Würstchen und Toast. Auch das war schnell verschlungen und so machte ich mich auf in die pulsierende Stadt. Als erstes stand auf meinem Programm die Suche nach dem Buchladen Waterstones auf der Oxford Street auf dem Programm. Da ich eigentlich eine Station zu früh aus der Tube ausgestiegen war durfte ich die halbe Straße nach dem Buchladen ablatschen ( jeder der schonmal in London war, weiß wie lang gerade diese Starße sein kann ! ), doch gefunden habe ich ihn dann doch schnell. Für meine Begriffe war er ziemlich klein und überhaupt nicht für das Event am nächsten Tag dekoriert... und das Buch konnte ich auch nicht erblicken ! Erstmal egal, doch wenigstens habe ich Ambersky noch vor ihrem Abflug erreicht um ihr wenigstens mitzuteilen das ich schon den Buchladen gefunden hatte. War ich erstmal beruhigt und Ambersky wahrscheinlich auch ! Nun gut, mein weiterer Plan bestand im Shoppen und völlig entspannten Bummeln. Das ich Ewan nur wenige Stunden später treffen sollte erschien mehr als unwirklich und fern, aber um so später es wurde umso unruhiger wurde ich. Eigentlich hatte ich vor, nach meinem Shoppingtrip kurz im Hotel meine Einkaufstüten abzuladen und mich dann erstmal zum " Institute of Education " zu begeben um meine Tickets abzuholen. Doch ich entschiet mich, weil ich gerade ziemlich in der Nähe war, trotz fetten Tüten den Weg dahin gleich anzutreten. War nicht grad' schlecht, weil ich so den Weg schon gut kannte, aber leider umsonst. Der nette Herr an der Information konnte mir nur mitteilen das es bestellte Tickets erst ab 17.00 Uhr abzuholen gab. Auch gut, wenigstens hatte ich so eine genaue Uhrzeit und hatte so noch ein paar Stunden zum relaxen. Hotel ich komme !!!
Dort angekommen war ich ja eher fertig, als noch in der Lage mich wieder auf den Weg zu machen. Wie gerne hätte ich mich doch ein Stündchen hingelegt... bloß das nicht, nicht einschlafen ! Ich beschloß dann auch mich gleich so umzuziehen das ich ab 17.00 Uhr beim IoE bleiben konnte. Gegen 16.15 Uhr machte ich mich auf den Weg. Die Gegend war schon komisch, irgendwie Univiertel aber auch irgendwie ein Touch Bibliothek. Was auch immer ! In der Lobby saßen schon ein paar Hanseln, aber ich konnte nicht wissen, ob es vielleicht schon Fans waren oder eben nur Besucher. An der Info verwies man mich an zwei Herrschaften in der unteren Etage, sie hätten die Karten nun bereit, aber das war ein Irrtum. Die beiden sperrten wiederum die unterste Etage ab. Durchgelassen wurden nur noch wirkliche Besucher die auch wirklich in diese Etage mußten. Ohne Grund wurde dort niemand mehr hingelassen. Ich sollte mich noch eine weitere Stunde gedulden, dann würde es die Karten geben. Was ein Umstand ! Aber was sollte ich tun ? ! Hab' ich mir den erstbesten Sessel geschnappt und nach Deutschalnd telefoniert. Auch dort warteten alle auf interessante Neuigkeiten. Wärend ich am telefonieren war setzte sich ein Typ zu mir an den Tisch. Erst sagte er kein Wort aber irgendwann kamen wir ins Gespräch. Er hatte seine Karte schon, aber ein fetter Fan von Ewan schien er auch nicht zu sein, dachte ich. Jedenfalls kam mir das mit diesen Tickets irgendwie komisch vor und er ging dann nochmal nachfragen. Es blieb tatsächlich bei der Aussage ! Etwas später kam Unruhe in die Lobby... die Tickets wurden geliefert und ich machte mich auf an den Tresen. Ich zeigte brav meine Kopie der Onlinebestellung und die Lady wühlte in der Box mit den ganzen Briefumschlägen. Sie konnte meinen Umschlag nicht finden. Es könne sein das es doch eine Überbuchung der Tickets gegeben hätte kriegte ich zu hören. Innerlich bin ich schon geplatzt ! Das konnte jetzt nicht sein ! Ich sollte dann warten bis eine zweite Frau, die sich wohl besser auskannte dazu kam... banges Warten begann. Irgendwann kam dann die Trulla und hat meinen Umschlag sofort gefunden... die erste Plunze hat nicht erkannt das mein Chef einen Doppelnamen hat. Glücklich hielt ich die Tickets in der Hand. Eigentlich konnte ja nun nix mehr schief gehen, doch der Zusatzzettel, der hinter das Ticket getackert war, brachte meine gute Laune gleich in den Keller. Das fotographieren oder sogar filmen war strickt verboten !!!! Na toll ! Wozu schleppe ich eine Kamera mit mir rum ?
Wieder war warten angesagt. Ab halb 7 Uhr sollte der Einlaß in die unterste Etage beginnen. Ich stand mittlerweile mit meinem Typ grichischer Art in einer Schlage Richtung Treppe und war weiter am Quatschen. Auf einmal, ohne ein Wort zu sagen rennt er weg und ich wußte nicht warum. Was ich nicht mitbekommen hatte, weil ich mit dem Rücken zur Treppe nach unten stand... Ewan ist an mir vorbei gelaufen. Ahhhhh, das konnte nicht wahr sein ! Mein Typ rief mich, ich solle sofort zur Treppe kommen. Da konnte ich Ewan grad' noch erblicken wie er die Treppe runter lief mit Handy am Ohr und hinter ihm Charley im Schlepptau. Sorry, aber ich war irgendwie sauer auf mich. Kann das jemand verstehen !!!! Der Typ hatte zwar ein Bild gemacht aber es war zu dunkel und somit war Beweisfoto Nummer 1 also nix. Also standen wir weiter in der Schlange und warteten weiter...

Mittlerweile war ich mit meinem Typ schon sehr vertieft in Ewan Gespräche... beobachtete aber eine Trulla die vor uns in der Schlange stand und in einem Buch blätterte. Im ersten Moment dachte ich, sie blättert in dem LWR Buch, aber das war falsch. Plötzlich, ich weiß gar nicht mehr warum, aber da mischte sie sich in unsere Gespräche ein. Es war Kim, die sich verdammt wichtig vorkam, uns zu erzählen, das sie extra gestern aus New York nach Glasgow zu der ersten Buchlesung geflogen war. Nun gut ! Sie platze noch mit allerlei anderen Sachen raus, die ich ehrlich gesagt lieber in dieser Lesung selbst erfahren wollte, aber was sollte ich tun. Ihr den Mund verbieten ? Am meisten steigerte sie sich in die Tatsache, das Ewan gestern ihr Buch mit Kimi signiert hätte... ach, das wäre ja der Bringer gewesen. Hatte ich da Eifersucht in den Augen ? Ich weiß es nicht, aber warum auch immer empfand ich sie als albern, denn ich dachte immer nur das ich vielleicht für mein Alter und solchen Aktionen komisch wäre, aber Kim war noch eine Spur älter. Den Rest hatte sie mir dann gegeben, indem sie behauptete sie hätte für den nächsten Abend im " The Bridge " eine Karte erworben. Das müsse man einfach machen !!! Im Bridge fand eine Charity Veranstaltung statt, zu der auch Ambersky und ich hätten gehen können oder besser gesagt gehen wollten. Der Harken: 150 Pfund pro Karte, die zwar für den guten Zweck sein sollten, aber dann doch einen Hauch zu teuer für uns waren. Was ich komisch fand, Kim sollte im Besitz so einer teuren Karte sein, aber eine gebrochenen Brille auf der Nase haben ? Das paßte für meine Begriffe nicht ganz so gut zusammen. Ich dachte mir nur meinen Teil. Mein Begleiter war aber von Kimi ganz angetan, was ihr auch sehr gut gefiel. Wie auch immer... die Schlange setzte sich nun doch nach unten in Bewegung. Auf der unteren Etage war ein Stand aufgebaut. Man konnte das Buch kaufen. Einmal mit vorbereiteter Unterschrift und eben ohne. Nach der Lesung sollte nun auch noch eine einstündige Autogrammstunde stattfinden. Ich war hin und her gerissen: erst Buch kaufen oder dann in den Saal laufen ? Mein Typ und ich entschieden uns erstmal für Plätze sichern. Vor der Tür standen zwei Kartons mit Aufschrift " Bitte gratis mitnehmen ! " Es gab' kostenlos LWR Kullis und LWR Anti Streßweltkugeln. Da ich nicht unverschämt bin, habe ich nur einmal reingegriffen !!! Gut das wir dann auch reingegangen sind, denn so hatten wir Plätze in der zweiten Reihe rechts mit wirklich gutem Blick. Vor uns eine Bühne mit drei Sesseln und einem Tisch mit Laptop. WAtt aufregend ! Ich durfte dann nochmal raus, Bücher kaufen. Und ich machte das einzig richtige: ich habe rein profelaktisch ein Buch mit und ein Buch ohne Unterschrift gekauft. Wärend ich allerdings in der Schlange wartete beschlich mich mein Gewissen: bist Du denn eigentlich bescheuert und läßt bei einem Wildfremden Deine Tasche mit allen Papieren ? War mir schlecht und am liebsten wäre ich gleich umgedreht, aber das verdammte Buch war mir wichtiger. Meine Panik war Gott sei Dank unbegründet. Als ich zurück kam, waren meine Sachen noch am Platz und mein Typ hatte sich noch eine Reihe weiter, also in die erste Reihe gesetzt. Er fragte mich, ob ich es ihm übel nehmen würde... jetzt war mir schon alles egal. Ich war im richtigen Saal zum richtigen Zeitpunkt und gleich sollte etwas Großes passieren !!! Übrigens diese komische Kim hatten wir beim Reingehen irgendwie verloren... schlimm, nö !
Der Saal war bis auf einige wenige Plätze wirklich ausverkauft und man unterhielt sich etwas untereinander. Neben mir saß eine ältere Dame und blätterte in dem gerade erstandenen Buch. Ich wollte jetzt einfach nicht in meinen zwei Büchern blättern, ich wollte einfach den Augenblick in mich aufsaugen. Das Buch war mir ja sicher ! Auf der anderen Seite saßen zwei Mädels die etwas mit Unicef zu tun haben mußten, da sie Spendendosen mit sich trugen und eben unübersehbar T-Shirts von Unicef trugen. Viel interessanter fand ich da ein Heft was sie durchblätterten. Es war das Programmheft zum Charity Event im Bridge am nächsten Tag. Wie gerne hätte ich da einen Blick reingeworfen ! Mit meinem Vordermann unterhielt ich mich auch kurz: er überlegte ob er mit seinem Sitznachbarn Bilder machen sollte, obwohl es so strikt verboten war. Ich riet ab, machte aber kurz mit meinem Handy ein Bild von den noch leeren Sesseln auf der Bühne. Außerdem wollte sein Sitznachbar wissen wer überhaupt Charley Boorman wäre. Gut das ich ihn da kurz aufklären konnte, sonst wäre er vielleicht noch dumm gestorben, und das wollte ich ja dann nun auch nicht ! Gerade fertig mit meiner Erklärung, da wurde das Licht abgegedunkelt... oh, wie im Kino. Und es betrat jemand die Bühne... nicht Ewan und auch nicht Charley !

Auf die Bühne kam nun jemand, der sich als Art von Moderator für den Abend vorstellte. Er erklärte kurz wie der Ablauf des Abends sein würde: erst ein 5 minütiger Ausschnitt aus der Serie, dann würden Charley und Ewan von ihm in ein Gespräch über den Trip verwickelt und am Ende hätten die Zuschauer Gelegenheit selbst Fragen an die beiden zu richten. Natürlich nur Fragen die das Ereignis betreffen würden ! ( und bat nochmals darum, das keine Bilder gemacht werden sollten. Nun hatte es wohl langsam jeder verstanden !!!! ). Das hörte sich wirklich vielversprechend an ! Jetzt wurde es aber erstmal richtig dunkel und der Film begann. Als Einstimmung wurden sämtliche Stürze von Ewan und seinem Mopet gezeigt. Die Zuschauer waren begeistert und das Gelächter darüber war groß. Eindrücke von Landschaften wurden gezeigt, Menschen die die beiden auf dem Trip kennengelernt haben und einen Bademoment im Fluß wo alle Beteiligten total nackig rumgesprungen sind. Ich war schon jetzt von der Serie so begeistert, das ich sie mir sofort für die nächsten Stunden weiter hätte ansehen können, aber die 5 Minuten waren schnell vorbei und Ewan und Charley wurden vom Moderator vorgestellt und kamen auf die Bühne. Charley saß ganz Rechts, Ewan in der Mitte und der Moderator eben Links. Ewan hatte eine normale, obwohl schon etwas fertige dunkelblaue Jeans an, ein dunkelgrünes Shirt und darüber seine mittlerweile aus dem TV bekannte Lederjacke an. Ach ja und dunkelblaue Vans Andre Schuhe trug er dann noch ! Sorry, solche Sachen sehe ich sofort und merke sie mir für die Ewigkeit. Charley war eigentlich ähnlich gekleidet: graue Jeanshose, braune Turnschuhe, dunkles Shirt und ebenfalls eine Biker Lederjacke.
Der Moderator begann nun mit seinem Verhör, allerdings war Ewan ziemlich unruhig in seinem Sessel. Plötzlich unterbrach er und bewegte den ihn störende Laptopklappe nach unten und sagte, das er gerne die Zuschauer sehen würde und die sicher auch das Geschehen auf der Bühne... das alles mit einem riesen Grinsen im Gesicht. Applaus war ihm dafür schon sicher ! Ob Ihr mir das glaubt oder nicht, die ersten Minuten konnte ich mich nicht so recht auf das eigentliche Gespräch was dort auf der Bühne stattfand, konzentrieren. Vielmehr beschäftigte ich mich mit der Frage, wo ich eigentlich gerade war und ob das gerade wahr wäre was ich hier gerade erlebte. Es kam einem nämlich wie TV vor, nur diesmal war es sowas von live !!! Irgendwann fand auch ich meine Form wieder und hörte einfach nur aufmerksam zu. Beide erzählten abwechselnd über die Planung der Reise und was eigentlich ihre beiden Frauen und Kinder dazu sagten. In ihren Erzählungen lag soviel Witz und Charm, das sich sicher alle Zuschauer so fühlten als würden gerade enge Freunde der Familie über einen Urlaub berichten. Sie gingen wirklich sehr ins Detail: Charley berichtete unter anderem darüber, das er auf dem Motorrad endlich den Tod seiner Schwester, die an Krebs verstorben war, verarbeiten konnte und das Ewan ihm in vielen Tiefphasen der Reise wie ein Bruder dabei geholfen hat. Ewan berichtete wie er auf der langen Fahrt oft seine Kinder vermißt hat und jedesmal wenn er irgendwo Muttertiere mit Nachwuchs sah, mußte er unweigerlich an seine kleine Tochter Esther denken, die so gar nicht begreifen konnte, wo Daddy die nächsten Monate war. Sehr süß ! Aber auch über die Menschen die ihnen auf der Reise mehr oder weniger gütig begegnet sind: beim langen Warten an einer Grenze kam eine sehr alte Frau auf die zu, erzählte irgendetwas, was aber beide eigentlich nicht verstanden. Trotzdem machten beide Seiten mit Händen und Füßen dem anderen klar, was sie erlebten oder vorhatten. Der Besuch in einer Familie in Russland wurde berichtet... also bei der Familie in der so viele Waffen im Spiel waren und Ewan bei einem Schuß geglaubt hat, Charley wäre eben erschossen worden. Ewan erzählte von seinem Unfall in Kanada mit einem Auto. Ein gerade 17 jähriger Junge hatte ihn mit seinem Auto tuschiert. Ewan ist Gott sei Dank nix passiert, allerdings war das Auto vorne Schrott ! Charley und Ewan berichteten über den Besuch einer Unicef Stätte, wo versucht wurde Kindern eine Alternative zum grauen und oft aussichtslosen Leben zu bieten. Ein Jugendtreff, wo man Freeclimbing lernen kann ! Dieses Unternehmen wird nun von Unicef gefördert, war aber am Anfang nur eine Idee eines einzelnen Mannes, der aber nun etwas Großes geschaffen hat. Sie haben Kinder besucht die unter Brücken an Heizrohren für die Stadt wohnen und dort ihr Leben oder besser gesagt ihre Traumwelt mit Schnüffeln am Kleber durchleben. Ein ziemlich häftiger Bericht ! Im Hintergrund wurden übrigens Dias mit Bildern an die riesige Wand geworfen um uns Zuschauern ein bißchen die Erzählungen mit Bildern begreiflich zu machen. Ich weiß gar nicht mehr wie lange sie so erzählten, aber irgendwann leutete der Moderator die Fragerunde der Zuschauer ein. Wirklich viele Hände waren oben, jeder wollte Fragen stellen. Auch ich hatte überlegt eine Frage zu stellen, aber irgendwie verließ mich doch der Mut, mein Englisch könnte in dem Moment zu schlecht sein. Also habe ich meine Hand lieber unten gelassen und weiter einfach nur gelauscht. Unter den Zuschauern haben voll viele Motorradfreaks gesessen, denn oft wurden viele Fragen zu den Maschinen gestellt. Und auch eine Frage ob sie diesen Trip jemals wieder machen würden. Genau diese Reise sicher nicht, weil man ja lieber neue Ecken auf der Welt sehen will, aber beide planen fest einen Trip durch Afrika. Nur wann steht in den Sternen, obwohl die Rede vom Ende diesen Jahres war. Viel zu schnell wollte der Moderator die Fragerunde beenden, doch Ewan wollte einfach weiter machen. Er meinte solange man hier das Licht nicht einfach abschalten würde, könnte es munter weiter gehen. Also hatte er bestimmt weitere 10 Minuten für die Zuschauer geschaffen. Leider war auch die Zeit irgendwann vorbei und der Moderator verabschiedete sich von den beiden und von uns, die nun noch die Möglichkeit hatten, ihre Bücher für 1 Stunde signieren zu lassen. Ich war aber noch nicht soweit diese Szene zu verlassen, denn Charley und Ewan lagen sich wirklich wie Brüder in den Armen und Charley hat sogar ein paar Tränen vergossen. Was ich nicht so recht mitbekommen habe, ein paar Leute haben in dem Moment doch Bilder gemacht. Da war ich wohl nicht ganz auf Zack, sonst hätte ich ja auch meine Kamera zücken können. Jedenfalls waren dann beide verschwunden und mein Begleiter und ich versuchten uns so schnell wie möglich einen Weg nach draußen in den Vorraum zur Signierstunde zu ergattern. Wir wollten unbedingt diese Stunde nutzen. Jetzt lief die Uhr ! Man glaubt gar nicht wie schnell eine Stunde rum sein kann. Jedenfalls vergingen die Minuten auf einmal wie Sekunden, als mein Begleiter mit mir in der langen Schlange um den ganzen Block des Vorraums stand. Ich war doch nun schon ziemlich aufgeregt. Ich wollte ja auch nicht einfach bloß ein Autogramm in meinem Buch haben, ich wollte es unbedingt auf meinen Namen haben. Viele Gedanken schossen mir durch den Kopf: die meisten Leute schreiben meinen Namen mit H, was aber falsch ist, denn mein Name ist ja dänisch und wird also ohne H geschrieben. Ich wußte, ich hatte nur Sekunden um das rüberzubringen. Um so näher ich Ewan und Charley kam um so mehr hämmerte nur dieser Gedanke in meinem Kopf. Dazu kam außerdem der Druck, das ich eigentlich nun von dieser Szene ein Bild haben wollte. Etwas weiter vorne in der Schlange sah man es blitzen. Doch kurze Zeit später hieß es dann, bitte nur Bilder ohne Blitz. Dann schien es ja nicht verboten zu sein !!!! Mit mir in der Schlange stand ein Mädel aus Frankreich... sie hieß Amelie und hatte den selben Gedanken wie ich: Autogramm ist zwar schön, aber mit Bild ist eigentlich die Erfüllung, denn man möchte ja Zuhause einmal die Erinnerung haben und zum Anderen auch seinen Freunden etwas zeigen können. Obwohl Amelie wohl viel jünger war als ich, haben wir uns gleich verstanden. Locker unterhielten wir uns und haben uns so gegenseitig etwas aufgelockert ! Doch unsere Stimmung war von einem Augenblick zum anderen getrübt. Photos zu machen war nun komplett verboten !!! Ist ja irgendwie total unfair. Die ersten Leute in der Schlange bekommen das Komplettpaket und wir gucken doof aus der Wäsche. Da ich mit meinen ganzen Tüten und Taschen so bepackt war, kam ich einfach nicht dazu meine Kamera wegzupacken, denn ich wollte mich wirklich an die Ansagen halten. Ich wollte schließlich nicht das Autogramm gefährden. Da schnautzt mich eine Trulla an: wenn ich nicht sofort meine Kamera wegpacken würde, dann müßte ich sofort gehen. Meine Erklärung wollte sie gar nicht erst hören ! Demonstrativ habe ich dann vor ihren Füßen all meine Sachen auf den Boden geworfen. Spätestens jetzt hätte sie eigentlich sehen können, das ich irgendwie in der engen Schlange gar keine Chance gehabt hatte meine blöde Kamera zu verpacken. Blöde Plunze !!!! Sowas ärgert mich dann total und macht mir den Moment ziemlich madig. Ich bin keine 10 Jahre alt und muß mir bestimmt nicht von jemandem, der 100 Jahre jünger ist als ich, sagen lassen was grad' ab geht ! Normalerweise bin ich der Typ der in so einer Situation fette Diskusionen herauf beschwört. Nur weil ich wußte worum es mir ging, habe ich ausnahmsweise mal meine Klappe gehalten. Mein Begleiter und Amelie fanden aber die Aktion mit Sachen komplett auf den Boden werfen total klasse ! An den Seiten der Schlange standen übrigens überall scharfe Ordner verteilt die nun nicht nur bei mir scharf reagierten, sondern jeden anpaulten. Noch dazu kam, das man sein Buch auf einer bestimmten Seite aufschlagen sollte. Nur dort wollten oder konnten Ewan und Charley das Buch unterschreiben. Mittlerweile waren wir den beiden so nah, das wir gespannt verfolgten wie sie sich den anderen gegenüber verhielten. Mein Herz schlug mir langsam bis zum Hals ! Und dann war der Moment da ... ich war an der Reihe... mit einem riesigen Grinsen habe ich Ewan als erstes mein Buch hingeschoben und ihn gefragt ob er es mit für Ester signieren könnte... Ester ohne H ! Ich konnte an seinem Schmunzeln sehen, das es das wohl ganz lustig fand ! Kann ich jetzt etwas dafür, das ich so heiße ? Er hat dann auch " Dear Ester " als Überschrift geschrieben. Mir fehlten eh die Worte und deshalb habe ich mich einfach nur mit einem schlichten Bye von ihm verabschiedet. Und dann hat Ewan das Buch zu Charley rüber geschoben, nachdem er sich auch von mir verabschiedet hatte. Charley hatte an sich wohl ein Grinsen gefressen !!! Der hat so ein Lächeln auf dem Gesicht gehabt das jeder auch sofort lachen mußte. So ging's mir auch ! Mir gefallen Gesichter, die mich so begrüßen. Ich war aber noch so von der Ewan Begegnung benebelt das ich nicht ein Wort groß zu Charley gesagt habe. Aber trotzdem, ich habe ein Autogramm von Charley, sogar mit X für Küßchen ! Ha ! Und dann ging das Frage und Antwort Spiel mit meinem Begleiter und Amelie los: wie hat's Dir gefallen, hast Du ein Autogramm mit Namen oder vielleicht doch ein Bild machen können. Amelie hatte ein Autogramm mit Namen, allerdings war ein Häckchen über einem Buchstaben falsch. Französische Sprache, schwere Sprache ! Kleine Beschwerden sind lustig, wenn man schwierige Namen hat ! Mein Begleiter hat das mit dem Namen gelassen. Er meinte sein Name wäre zu schwierig ! Auch gut. Aber Bilder hatte keiner von uns, auch nicht heimlich. Einen Moment haben wir dann noch geschaut und da gab' es noch so einigen Ärger. Leute die fertig waren und langsam den Aufgang hoch gingen versuchten doch Bilder zu machen. Da schossen Ordner wie Kampfhunde nach oben. Unglaublich ! Sowas habe ich noch nie erlebt ! Auch mein Begleiter wollte es noch einmal wagen. Ein Ordner von unten hatte es gesehen und rief... ich seh' Dich. Ich dachte ich wäre gemeint und rief, ich sehe Sie auch. Und wedelte mit meinen Händen, denn ich hatte ja keine Kamera in der Hand ! Da mußte der Ordner dann wieder grinsen ! Trotzdem, wir hatten kein Bild !
Auf der Treppe beim Hochgehen sah ich auf einmal wieder diese Kim. Ihr streckte ich für alle Fälle, das sie vielleicht doch Bilder gemacht hatte einen Schnipsel mit meiner Mailadresse entgegen. Sie blieb komisch ! Nur so nebenbei, auf Bilder oder eine Mail warte ich bis heute !
Auch wenn es irgendwie komisch war, das Gebäude zu verlassen wo Ewan noch immer mit Charley saß, uns hatte der Augenblick gereicht. Draußen unterhielten wir uns noch ein ganzes Weilchen. Auch über eine Taube, die neben dem Eingang zusammengekauert saß und wahrscheinlich gerade am sterben war. Mein Begleiter machte wirklich makabere Witze darüber ! Draußen standen wiederum noch andere Leute mit denen wir wieder ins Gespräch kamen. Da stand ein Mädel, das aus Florida angereist war. In der Unterhaltung hörte ich raus, das sie auch riesen Ewan Fan ist und in Claudes Forum schreibt. Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen... das war die Karen ( im Forum heißt sie Karma ! ), die Ewan vor ein paar Jahren mit ihrem Mann in Schottland bei den Highland Games getroffen hat. Einige von Euch haben vielleicht mal ihren Bericht gelesen. Ich war schwer beeindruckt, jemanden zu treffen, von dem ich eine lange Geschichte gelesen hatte und der auf der anderen Seite der Weltkugel lebt. Wie klein ist eigentlich die Welt ? Jedenfalls verging auch in den Unterhaltungen dann die Zeit wie im Fluge. Im Hinterkopf hatte ich Ambersky, die sicher schon auf mich im Hotel wartete. Doch gehen wollte so recht keiner. Und schon gar nicht, als wir mitbekamen, das sich ein Fotograph mit zum Eingang stellte. Sollten wir doch noch unsere Bilder bekommen ? Aus dem Gebäude kamen immer wieder Leute und da man erst nicht genau erkennen konnte wer das war, vermuteten wir einfach immer wieder das Charley und Ewan kommen würden. Panik stieg immer wieder auf ! Ordner kamen auch schon, die uns dann sogar sagten, die beiden wären schon längst weg, hätten einen anderen Ausgang benutzt. Das glaubt man ja dann immer nicht so wirklich, denn der Photograph war noch immer da. Erst nachdem auch der aufgegeben hatte und uns so langsam kalt wurde, beschloßen auch wir zu gehen. Mein Begleiter, Amelie und Karen schlappten mit vielen Erinnerungen zur U- Bahn Station und konnten von dort aus sogar noch einige Stationen zusammen fahren. Dann trennten sich allerdings doch unsere Wege. Doch mit Karen war ich quasi für den nächsten Tag bei Waterstones verabredet. Amelie hatte an uns den Photoauftrag weiter gegeben ! Meinen Begleiter, von dem ich bis heute den Namen nicht weiß habe ich leider nie wieder gesehen ! Schade eigentlich ! Im Hotel angekommen, wartete Ambersky schon sehnsüchtig auf meine Geschichte !! Unsere gemeinsame Geschichte vom nächsten Tag ist eine andere Geschichte...

Ich kam zurück und da wartete tatsächlich schon die Marion auf unserem Hotelzimmer auf mich. Das war erst mal eine Freude, denn wir kannten uns auch nur aus dem Forum und aus manchmal endlos langen Telefongesprächen über Ewan. So wurde auch jetzt schnell klar, das die Nacht sehr kurz wurde, denn ich durfte haarklein berichten, was ich eben die letzten Stunden erlebt hatte. Trotz der Erzählerei hatten wir noch etwas Wichtiges für den morgigen Tag vorzubereiten: wie schon am Anfang erwähnt, hatte ich ja noch auf die Schnelle eine Tasche geschneidert... genauer gesagt eine LWR Tasche mit einem Bild von den beiden auf der Taschenlasche. Marion hatte für ihren Teil die Füllung der Tasche mit nach London gebracht. Alles echt deutsche Leckereien: zum Beispiel Schwarzwälder Schinken oder die guten Leibniz Kekse mit den 52 Ecken aus Hannover...war eine gute und schwere Mischung. Die Tasche wurde nun noch schnell gepackt und dann für den morgigen Tag in einer Tüte beiseite gelegt. Ich glaube bis 2.00 Uhr Morgens haben wir uns dann noch unterhalten. Es ging aber nix daran vorbei, das wir uns endlich schlafen legen mussten. Ich hatte schon im Gefühl wie anstrengend der nächste Tag werden würde... Marion hatte noch kein Bild, aber das ergab sich am nächsten Tag recht schnell.

Nach der kurzen Nacht sind wir früh aufgestanden, haben in Ruhe gefrühstückt und haben uns dann auf den Weg zur Oxford Street gemacht. Mit im Schlepptau natürlich unsere Tüte ( Die Tüte war gefüllt mit meiner selbstgenähten LKW Planen Tasche mit Motiv von Ewan & Charley an der Tower Bridge ! In der Tasche wiederum Köstlichkeiten aus Deutschland. ) ! Wir fuhren so in die City, das wir rechtzeitig zur Ladenöffnung um 9.00 Uhr bei Waterstones ankamen. Allerdings hatte ich bei meiner Recherche am Vortag glatt übersehen, das am Dienstag das Geschäft erst gegen 10.00 Uhr geöffnet wurde. Das passte uns gut in den Kram, denn wir waren inzwischen der Meinung, das wir zu unserer Tasche eine Karte schreiben wollten. Man konnte ja nicht wissen ob tatsächlich Zeit für eine persönliche Übergabe an die beiden blieb. Wir wurden in einem anderen Buchladen schnell fündig und konnten uns sogar dort in eine Sofaecke setzten und in Ruhe ( so ruhig, wie man eben in solchen Momenten überhaupt ist ! ) die Karte schreiben. Bloß nicht verschreiben, das war die ganze Zeit in meinem Kopf, aber Ambersky hat das gut gemeistert. Wir schrieben die Karte so, das klar wurde, das wir die eigentliche Tasche für die Veranstaltung im Bridge am Abend spenden wollten. Dort wurde ja zum Beispiel Ewans Mopet versteigert und da dachten wir, das unsere Tasche vielleicht gut mit reinpassen würde. Der Inhalt der Tasche sollte somit unser Mitbringsel von uns aus Deutschland sein. Ich bemerkte das Ambersky aber doch ziemlich unruhig wurde. Klar, ich wusste ja nun schon wie aufgeregt man sein kann, wenn man Ewan gleich trifft. Haben wir also das Feld recht schnell geräumt und kamen nun doch pünktlich zur richtigen Ladenöffnung bei Waterstones an. Es war aber immer noch kaum Betrieb, was uns nun doch komisch vorkam. Also haben wir uns gewagt nachzufragen. Der erste Mitarbeiter wusste noch nicht mal wer Ewan ist, aber dafür der Zweite. Er wusste sogar das es eine Autogrammstunde gab’... allerdings nicht in diesem Haus. Es gab’ einen zweiten Buchladen von Waterstones auf der Oxfordstreet... etwas weiter oben. NEIN ! Das durfte doch nicht wahr sein. An dieser Stelle muß ich einmal gestehen, das ich mein ganzes Leben ein ganz schöner Pechvogel bin. Deshalb passte das jetzt auch sehr gut ins Bild. Wenn Blicke töten könnten, wäre ich bestimmt sofort tot umgefallen, denn genau das sagten Amberskys Augen in dem Augenblick aus. Sie war der Meinung wir sollen jetzt ganz schnell mal die Straße hochlaufen. Ambersky kennt London nicht und mich nicht, wie langsam ich nur mit hochhakigen Schuhen laufen kann. Ich konnte sie davon überzeugen in einen Doppeldecker Bus zu steigen und mit ihm die Straße abzufahren. Wir teilten uns die Suche: sie musste rechts schauen und ich links. Nur Minuten später sah ich schon die großen Letter von Waterstones an einer Hauswand prangen. Wir hatten es geschafft und dort waren dann auch Bücher und Aufsteller im riesigen Schaufenster. Hier waren wir auf jeden Fall richtig. Nur waren wir vielleicht schon so spät, das es megalange Schlangen gab’ ?

Wir also Waterstones gestürmt. Ambersky hat sich dann erstmal zwei Ausgaben von LWR geschnappt und ist damit zur Kasse. Ich habe mich in der Zwischenzeit bei zwei Verkäuferinnen erkundigt wo denn die Buchsignatur sattfinden sollte. Sie erklärten mir recht schnell, das diese Aktion in der untersten Etage stattfinden würde. Ambersky war in dem Moment mit noch ganz anderen Dingen beschäftigt. Sie war so im Streß, das sie vergessen hatte ihre nagelneue Kreditkarte zu unterschreiben. Damit hatten die Damen an der Kasse natürlich ein kleines Problem und Ambersky wurde immer nervöser. Nachdem das kleine Problem aus der Welt geschafft war, fuhren wir rasch mit der Rolltreppe in die untere Etage. Such, such und schon hatten wir den Tisch gefunden wo später Ewan und Charley die Bücher signieren würden. Und da war sie auch schon... die Megaschlange die zu dem Zeitpunkt ohne uns gerechnet genau, lasst mich kurz in Gedanken nachzählen, wartende 9 Leute betrug. Ich konnte förmlich hören, wie Ambersky Kilo schwere Steine vom Herzen fielen. Nun dachte auch sie langsam daran, das es mit dem Ewan Treffen etwas werden könnte. Ich glaube wir hatten nun noch fast 2 Stunden Zeit, aber Ambersky hat sich nicht mehr vom Fleck bewegt. Ungefähr eine Stunde später war es dann auch schon bedeutend voller und die Mitarbeiter von Waterstones sperrten einen Weg mit beweglichen Absperrbändern ab. Eigentlich, muß ich sagen, ist die Wartezeit recht schnell vergangen. Zum Einen, weil ich mich mit Ambersky unterhalten konnte, oder anderen Gesprächen in der Schlange lauschte, zum Anderen aber weil man uns als Wartender so gut in den Buchladenbetrieb mit rein integrierte wurde. Ab und zu kamen Mitarbeiter und wollten aus der Ecke wo die ganzen Wartenden nun mittlerweile auf dem Boden saßen, ein Buch haben. Uns wurde das Buch gezeigt und wir durften suchen. Ein lustiger Zeitvertreib kann ich nur sagen !!!! Wieder verging ein wenig Zeit und auf einmal wurden Wartemarken mit Nummern verteilt. Klar das wir nachgefragt haben, wozu das nun wieder gut sein sollte. Nur um hinterher zu wissen wie viele Leute denn nun dabei waren. Okay, wenn’s hilft ! Gut das wir so weit vorne in der Schlange standen, denn so konnten wir das immer hektischer werdende Treiben verfolgen. Da wir wohl bei einer Art Notausgang oder Hinterausgang von Waterstones standen, konnte man merken wie ständig geprüft wurde, ob die Stargäste denn schon angekommen sind. Das machte nicht nur Ambersky nervös, sondern langsam auch mich. Ich hasse es zu Warten, aber nicht wirklich zu wissen, was gerade vor sich geht. Auf einmal hörte ich jemanden meinen Namen rufen. Normalerweise reagiere ich auf solche Rufe eh nicht und in London konnte eigentlich keiner meinen Namen wissen... trotzdem die Neugierde siegte und ich drehte mich doch um. Es war Karen die weiter hinten in der Schlange war. Als ich sie erkannte kam sie einfach so zu uns herüber. Also ich hätte ja die Schlange nicht mehr verlassen, aber das ist wohl in London ein bisschen anders, denn hinterher hat sie ohne großes Gerangel ihren Platz wieder bekommen. Ich stellte Karen kurz Ambersky vor und man kam kurz ins Gespräch. Vor allem war wieder ein Thema, das es schon wieder untersagt war Bilder zu machen. Mittlerweile hingen an den Absperrgurten nämlich wieder besagte Verbotszettel. Karen hatte vor, doch heimlich irgendetwas zu unternehmen. Wir waren in dem Moment allerdings mit unserer Tüte in der die Tasche lag beschäftigt. Karen war inzwischen wieder hinten in ihrer Reihe und wir überlegten. Was tun ? Eventuell den Ablauf mit unserer Übergabe stören und einen auf den Deckel bekommen ? Das wollten wir sicher nicht. Deshalb fassten wir uns ein Herz und sprachen einen Mitarbeiter an, der sichtlich mit dem Ablauf der Signatur beschäftigt war. Wir erklärten ihm worum es ging und er fand die Idee sehr gut und auch, das wir ihn vorher gefragt hätten, denn das hätte durchaus etwas gestört. Er wollte sofort nach Eintreffen von Ewan und Charley jemanden von den Bodyguards oder den Managern fragen, was da eventuell möglich wäre. Ich muß wohl nicht erwähnen, wie aufgeregt ich dann war. Doch leider kam es dann doch etwas anders. Dazu aber etwas später ! Es wurde einen kurzen Moment um Ruhe gebeten und unser netter Waterstones Angestellte erklärte die Regeln für die Signatur. Bücher mussten vor der Signatur bezahlt sein und ohne den Bong dürfe man nicht in die Schlange. Das hatte man bei Ambersky schon kontrolliert. Hinterher gab sie mir dann ihr zweites Buch, damit ich auch dieses unterschreiben lassen sollte. Natürlich nicht mit persönlicher Widmung, denn auch das war untersagt. Ich selbst hatte ja nicht noch ein Buch gekauft und somit auch keine Berechtigung überhaupt in der Schlange zu stehen. Und dann viel der berühmt, berüchtigte Satz: Bitte keine Bilder von den beiden machen. Sie hätten sich den Ablauf so gewünscht und das solle man bitte so akzeptieren. Würde es Störungen in der Hinsicht geben, würde die Signierstunde sofort und unwiderruflich abgebrochen werden. Das Signieren von anderen Gegenständen, außer dem Buch ist untersagt ! Harte Worte !
Das Treiben an der Tür war kaum noch zu unterbieten und dann war der Moment da auf den Ambersky und ich gewartet hatten. Ewan und Charley kamen durch’s Hintertürchen zu Waterstones ! Beide waren bester Laune und nahmen an dem dafür vorgesehenen Tisch Platz. Charley saß auf der linken Seite und Ewan auf der Rechten. Wer uns allerdings auf einmal verloren gegangen war, das war unser freundliche Helfer in Sachen Tasche. Was soll’s, vielleicht würde sich ja doch etwas ergeben. Neben Ewan und Charley hatten sich zwei Bodyguards aufgebaut. Die sahen wirklich sehr bedrohlich aus und ich schwöre Euch, bei dem einen hätte ich so oder so keine Widerworte gehabt. Nun setzte sich die Warteschlange in Richtung Tisch in Bewegung. Der Bodyguard der Ewan am nächsten stand nahm jedem in der Schlange das Buch aus der Hand und schlug es auf der dafür vorgesehenen Seite für das Autogramm auf und reichte es Ewan. Ich muß schon sagen, toller Job, den der Mensch da hatte. Ambersky war auf einmal ganz still und das änderte sich erst, als sie an der Reihe war und vor Ewan stand. Sie hatte sich ja ein ganz bestimmtes Shirt mit einem Motoduzzi Emblem von einer Motorradmarke angezogen. Das war genau die Marke, von der Ewan sein erstes Motorrad hatte. Darauf sollte Ewan reagieren und er tat es tatsächlich. Das muß Ambersky selbst erzählen, denn das war ja ihr persönlicher Moment mit Ewan, den ich auch sicher nicht so gut wie sie wiedergeben könnte. Nur Eins, sie hatte auch ein Autogramm mit Widmung bekommen !!! Also auch für sie war das Ereignis kaum zu toppen. Nun war mein Moment gekommen: Mister Bodyguard schnappt sich mein Buch und legt es Ewan vor die Nase. Der lächelt sich einen und sagt irgendwas von nice to see you und unterschreibt mein / Amberskys Buch. Daraufhin bedanke ich mich dafür bei Ewan und er schüttelt mir die Hand, läst sogar extra seinen Stift dafür fallen. UI ! Das war ein Moment... kurz, aber eindrucksvoll. Und der nächste Eindruck folgt sofort bei Charley. Der ist sogar so nett und erklärt mir, wie sehr er sich freut, das ich gerade hier bin. Auch seine Hand schüttelt meine. Und dann ist es auch schon vorbei, was mit so langer Vorlaufzeit begonnen hat. Da war nicht annähernd eine Sekunde Zeit um auch noch ein Tasche in einer Tüte zu übergeben. Während der ganzen Zeit musste übrigens ich das Tütenteil mit mir rumschleppen. Man gut das ich sie nicht vor Schreck stehen gelassen habe, vorne am Tisch. Im Nachhinein wäre’ das vielleicht auch eine Variante gewesen. Ambersky stand neben dem Tisch ziemlich beeindruckt von der Tatsache das sie eben Ewan zum ersten Mal in ihrem Leben persönlich begegnet war. Auch ich teilte das Erlebnis mit ihr ! So standen wir nun da und beobachteten das weitere Geschehen. Sehr interessant sage ich Euch ! Irgendwann ist ein junger Typ an der Reihe und fragt doch Ewan, ob er ein Bild von ihm machen dürfte. Der antwortet nur ganz forsch, das er genau das nicht möchte. Thema beendet... auch aus Japan oder China waren Fans da. Ein Mädel wollte einen Umschlag überreichen, doch der Bodyguard wusste das sofort zu verhindern. Das war quasi mein Stichwort: ich besprach kurz mit Ambersky was wir in Sachen Tasche noch unternehmen wollten. Wir beschlossen nicht weiter auf unseren eigentlich „ gebuchten „ Helfer zu warten, sondern eine weitere Angestellte von Waterstones einzubinden. Sie stand felsenfest, etwas Abseits neben dem Geschehen am Tisch. Sie war auch supi freundlich als wir ihr erzählten was wir wollten. Und sie brachte tatsächlich unsere Tüte in die Nähe von Ewan und Charley. Nun stand die Tüte hinter einer Wand die hinter Ewan und Charley stand. Das junge Waterstones Mädel wollte sich darum kümmern das jemand die Tüte auf jeden Fall mitnimmt. Das bedeutete für uns, das wir auf jeden Fall bis zum bitteren Schluß bleiben wollten, um zu sehen, was denn nun tatsächlich noch mit unserer Tüte passiert. Nicht auszudenken, das sie dort hinter der Wand stehen bleibt und jemand sich die Tüte krallt, der sie nun überhaupt nicht bekommen sollte. Also, Auge sei wachsam ! Meine Augen waren so wachsam, das ich nun auch bemerkte, das die ganze Zeit über ein Fotograph Bilder von der Autogrammstunde machte. Bei unserem eigentlichen Moment mit Ewan und Charley hatte ich das nicht wirklich wahr genommen, aber dafür jetzt umso mehr. Als Ewan und Charley doch tatsächlich eine Pause machten ( Unglaublich ! Ich dachte sie wollten schon gehen, obwohl die Signierstunde noch gar nicht vorbei war ! ), bin ich einfach mal zu dem Fotoknipser rüber gegangen und habe ihn gefragt, für wen er denn die ganzen Bilder machen würde. Es kam raus, das er direkt von Waterstones angagiert worden ist um hier Bilder zu machen. Schade nur, das er nicht so wirklich auf meine Frage reagierte, ob ich vielleicht davon Bilder haben könnte. Das war doch die Gelegenheit doch noch Bilder zu bekommen, aber nein, auch das sollte nicht sein.
Mittlerweile hatte sich auch Karen heimlich zu uns gesellt. Heimlich deswegen, als ich bemerkte das irgendwas hinter meinem Rücken vor sich ging, sagte nur eine Stimme: Nicht bewegen und schon gar nicht umdrehen. Ich brauche Euch als Tarnung. Ja, also wenn das so ist das jemand heimlich Bilder macht, dann kann er für immer und ewig meinen Rücken benutzen. Wie auch immer, sie hatte dann 2 Bilder auf ihrer Digitalkamera und konnte uns ja deswegen das Ergebnis gleich mal zeigen. Okay, dafür das ewig Menschen im Bild standen, weil es ja in der Schlange weiter ging ( Pause war vorbei ! ) und dafür das es auch noch verdammt geheim war, sind die Bilder der Hit. Stolz zeigte sie uns anschließend ihre Signatur im Buch. Kriegte aber anscheinend den Hals nicht voll und stellte sich ein weiteres Mal an. Ewan und Kumpel Charley schrieben wieder fleißig weitere Autogramme in Bücher. Als Karen zum zweiten Mal vor den beiden stand, staunten sie nicht schlecht. Dann kam sie wieder zu uns und erzählte warum sie denn nun noch ein Buch signieren lassen hat. Es war für Ihren Chef, der ihr nur unter der Bedingung Urlaub gegeben hat, das sie ihm ein signiertes Buch aus London mitbringt. Und außerdem war es ja nicht erlaubt sich mit einem Stapel Bücher zum unterschreiben anzustellen. Kaum ausgesprochen stand Karen erneut in der Schlange... und diesmal mussten auch Ewan und Charley sehr darüber lachen, das sie ein drittes Mal dort vorne stand. Ich hörte etwas wie : Herzlich Willkommen zum dritten Mal ! Sie hat den beiden dann aber auch kurz erklärt warum und wieso. Die Erklärung für das letzte Anstellen bekamen wir dann auch. Ihrem Mann sollte sie ebenfalls ein Buch mit Widmung besorgen. Ihr Mann war ja mit ihr zusammen auf den Highland Games und da hatte er sich so gut mit Ewan unterhalten und außerdem, wäre er ja ein so gnadenloser Star Wars Fan. Okay, Erklärung abgekauft ! So standen wir weiter so da und beobachteten die Szenerie. Die Warteschlange hatte sich nun gänzlich aufgelöst, doch unsere Motorradhelden waren noch nicht fertig. Unser Helfer tauchte wieder auf, mit einem Wagen auf dem jede Menge LWR Bücher standen, die übrigens alle noch unterschrieben wurden. Akkordarbeit könnte man es auch nennen, denn es waren verdammt viele Bücher. Sie bekamen übrigens hinterher von einem 2. Waterstones Mitarbeiter einen extra Aufkleber auf ’s Cover... nur echt mit Autogramm... na ja, oder so ähnlich !
Als auch diese Arbeit getan war verabschiedeten sich die Beiden von uns, den Fans die ebenfalls das Ende abwarteten und natürlich von allen bei Waterstones. Gerade als sie gingen, ging das Mädel was wir beauftragt hatten zu Ewans Managerin und sagte ihr wohl die Sache mit der Tüte, denn in dem Moment hatte diese auch schon UNSERE Tüte mit Inhalt in der Hand. Ewan, Charley und unsere Tüte verließen Waterstones... und uns.

Noch bei Waterstones hatten Ambersky und ich uns mit Karen für den Abend verabredet. Um 18.00 Uhr waren wir mit ihr auf der Towerbridge verabredet. Es war gar nicht so leicht jemandem zu beschreiben wo man sich genau auf der Towerbridge verabreden will, wenn derjenige weder weiß wo die Brücke ist, noch wie sie aussieht. Wie auch immer, wir waren locker verabredet. Wenn Karen es nicht schaffen sollte oder doch keine Lust haben sollte, wir würden an der verabredeten Stelle 15 Minuten auf sie warten und dann gehen. Es sollte keiner Streß haben, denn Karen sollte sich ja auch ein bisschen London anschauen, wenn sie schon den weiten Weg von Amerika nach Europa macht. Der Treffpunkt Towerbridge war nicht zufällig gewählt. Wie ich schon am Anfang meiner Geschichte geschrieben habe, sollte irgendwo in der Nähe der Towerbridge das „ The Bridge“ sein, wo an dem Abend gegen 19.00 Uhr die LWR Charity Veranstaltung stattfinden sollte. Nur leider wussten wir nicht was das „ Bridge „ ist ! Eine Kneipe, ein Club, wir wussten nur den Namen und den ungefähren Ort, eine genaue Straßenbezeichnung fehlte uns ebenfalls. An diesen geheimnisvollen Ort sollte es nun mit Karen gehen. Aber wie gesagt, wir mussten erstmal Karen auf der Towerbridge treffen. Trotz anderem Land, anderer Einschätzung der Verkehrsmittel waren wir urpünktlich auf der um die Zeit schon recht zugigen Towerbridge. Leider weit und breit nichts von Karen zu sehen. Eigentlich konnte ich mir nicht vorstellen, das Karen das Bridge und eine weitere Chance auf Ewan zu treffen, verpassen wollte. Aber man kennt ja immer die Umstände nicht. Jedenfalls lief fast unsere getroffene Frist ab und ich beschloß Ambersky auf der Brücke stehen zu lassen um ein Stück von der Brücke in Richtung Straße zurück zu gehen. Vielleicht hatte sie ja doch den Treffpunkt verwechselt und stand dort und wartete auf uns. Ich war nur zur Hälfte zurück gegangen, da kam mir schon Karen rennend entgegen. Sie hatte am Nachmittag eine Sightseeing Tour mit dem Bus gemacht und hatte sich wirklich dermaßen in der Zeit vertan, das sie kaum unsere Verabredung hätte einhalten können. Nun hatte sie es doch noch geschafft und somit konnte ein aufregender Abend beginnen...

Diese paar Minuten Warten auf der Towerbridge und der leicht beginnende Regen hatten uns so derartig zugesetzt, das wir uns unbedingt für ein paar Minuten aufwärmen mussten. Gut das es gleich in der Nähe der Towerbridge einen Starbucks Cafe gab. Leider wussten wir ja nun nicht so genau wo dieses Bridge war, also haben wir die kleine Kaffeepause mit gleichzeitigem nach dem Weg fragen verbunden. Man konnte uns auch so ungefähr sagen wie man dort hinkam. Aber mit den wenigen Angaben war ich auf das Schlimmste gefasst. Mit unseren Coffee to go ( in meinem Fall Chai Tea Latte to go ! ) machten wir uns auf den Weg ins Ungewisse. Immer wieder stimmten die Hinweise die man uns bei Starbucks gegeben hatte, aber konnte das sein ? Die Gegend sah irgendwann eher nach falschem Weg aus. Wir landeten bei einer Unterführung... das konnte nur der falsche Ort sein. Aber irgendwas sagte mir, das wir hier verdammt richtig waren. Ich konnte in der Ferne silberne Edelkarossen sehen, die eigentlich auch nicht in die Gegend passen konnten. Ich fragte Ambersky und Karen ob sie damit einverstanden wären, da mal mit nachzuschauen. Ich konnte an den beiden Gesichtern sehen, das sie mir weder glaubten noch dort mit hingehen wollten.

Trotzdem gingen wir die Straße runter und was soll ich sagen, über einem Eingang prangten bekannte Buchstaben, L W R – The Bridge. Bingo ! Rechts neben dem Eingang war dann auch eine Sponsorentafel für die Long Way Round Tour und den Charity Abend: BMW, CHAS, etc. Wenn es jetzt noch Zweifel gab, waren die jedenfalls ausgelöscht. Gegenüber dem Eingang war eine Absperrung, unter der wir uns erst gar nichts vorstellen konnten. Aber nur ein paar Minuten später wurde klar, für wenn diese bestimmt waren. Für die Herren von der Presse oder besser gesagt für die Fotographen. Die trudelten langsam ein und machten nach und nach ihre Kameras bereit. Wir wollten das Geschehen etwas abseits der Kameracrew verfolgen und standen nun da wie bestellt und nicht abgeholt. War das aufregend und zugleich ziemlich ekelig, denn unter dieser Unterführung roch es bei jedem Windzug gammelig und moderig. Und was noch viel schlimmer war, der Wind und die Kälte. Das wäre eigentlich ein Grund für mich gewesen zu gehen, aber wenn man neugierig veranlagt ist wie ich, muß man so was in Kauf nehmen. Die Zeit verging wie im Fluge, es war nun schon fast 19.00 Uhr und ab und an kamen doch ein paar Gäste, mächtig aufgetakelt und doch für die Jahreszeit oder den Ort irgendwie falsch gekleidet. Die Damen in den kürzesten Miniröcken die man sich vorstellen kann und dazu passend ( oder auch nicht ! ) fiese Netzstrümpfe. London Schick, eben ! Das gab unter uns so einige Lacher. Irgendwann stellte sich ein Herr mit Aktenkoffer neben uns und telefonierte eine Weile mit seinem Handy. In seiner Hand zusammengerollt das Programm was ich schon beim IoE bei den Mädels von Unicef gesehen hatte. Das erzählte ich den beiden und ihre Augen wurden um einiges größer. Dann war der Herr mit seinem Gespräch fertig und da fragte Ambersky ihn auch schon, ob sie / wir einen Blick in dieses Heft werfen dürften. Er hatte nichts dagegen und reichte ihr das Heft. Wie die kleinen Geier stürzten wir uns darauf und blätterten begeistert darin herum. Man konnte nun sogar sehen, das Großartiges bei der Veranstaltung versteigert wurde, nämlich Ewans Motorrad. Aber auch andere Dinge. Alles in einem war dieses Heft äußerst interessant und auf jeden Fall etwas was unter „ Haben wollen ! „ fällt. Nach einem kleinen Weilchen waren wir fertig mit blättern und Ambersky wollte es dem Herrn zurück geben, doch der war der Meinung das sie wohl besseres damit anfangen konnte als er, und schenkte es ihr einfach so. Erst dachte sie wohl, sie hätte ihn missverstanden, aber nein, es hatte alles seine Richtigkeit. Dann hatte er seine Begleiter gefunden und ging ins Bridge. Ich muß gestehen, ich war sehr neidisch ! Warum weiß ich nicht, es war einfach so. Es brodelte in mir: wie kommen Karen und ich jetzt auch an so ein Teil ? Ich konnte den Gedanken allerdings nicht beenden, denn nun trafen tatsächlich, zwar ziemlich verspätet, Gäste in Taxis ein, die direkt vor dem Eingang hielten. Und da war dann auch das erste Blitzgewitter der Kameras. Klar das wir alle wie gebannt auf den Eingang, auf die Gäste starrten, aber ich kannte nicht einen dieser Stars. Aber es ging nicht nur mir so, Karen und Ambersky kannten ebenfalls keine Menschenseele. Das wiederholte sich noch einige Male und ich fing langsam an zu Zweifeln, ob ich überhaupt bekannte Gesichter hier sehen würde. Übrigens jeder Gast erhielt am Eingang von zwei Mädels, ich weiß nicht ob es die selben Mädels waren, die auch bei IoE waren schon erwähntes Heft ausgehändigt. Mein Neid wurde grenzenlos! Außerdem wurde jeder Gast mit seiner Eintrittskarte von wieder einem anderen Menschen wohl von der Gästeliste gestrichen, als anwesend vermerkt. Keine Chance da irgendwie so reinzukommen. Das hatten wir ja auch eigentlich nicht vor, Gucken reichte ja auch schon. Doch wo blieben Ewan und Charley ? Waren die beiden vielleicht schon durch einen anderen Eingang heimlich ins Bridge gekommen ? Eigentlich hatten wir bei unserem Gang zum Bridge keine weiteren Eingänge gesehen, aber genau wissen kann man es ja trotzdem nie. Wieder hielt ein Wagen vor dem Eingang. Und wer stieg aus ? Die Managerin, die wir auch schon im Buchladen gesehen hatten. Endlich hatten wir jemanden wiedererkannt, wenn auch nicht die Stars die man erwartet. Sie verschwand auch erst mal im Bridge. Kurze Zeit später stand sie allerdings wieder am Eingang und telefonierte wie wild mit ihrem Handy und schaute dabei immer mal wieder die Straße runter, wo auch die anderen Taxis herkamen. Sehr verdächtig ! Wartete sie auf irgendjemanden, den wir auch erwarteten ? Wahrscheinlich haben Ewan und Charley am Telefon eine Standpauke erhalten, warum sie sich so verspätet hätten. Es war wirklich spät geworden... meine Uhr zeigte 21.00 Uhr, meine Füße waren allerdings der Meinung es wäre noch später. Seit die Managerin mit was weiß ich wem, immer wieder telefonierte, wurden wir drei langsam unruhig. Es musste irgendetwas bedeuten und deshalb kramten wir vorsichtshalber auch mal unsere Kameras aus der Tasche. Kurze Zeit später wurden wir für’s Warten belohnt. Aus der Ferne rollten 2 silberne BMW’s in unsere Richtung. Ich war ganz aufgeregt und war mir sicher das ich wusste wer in den Autos sitzt. Es waren tatsächlich Ewan und Charley mit ihren Frauen, Eve und Olly. Die Familien stellten sich vor die Sponsorentafel und ließen sich von den Fotographen für einen Moment fotografieren. Das Spektakel war unglaublich, denn für diesen kurzen Moment schrieen die Kameraleute regelrecht ihre Stars an. Wir waren indes mit unseren eigenen Kameras beschäftigt, um jetzt endlich doch ein paar Bilder machen zu können. Doch dieser Augenblick war auch wieder zu kurz um richtige Starbilder zu machen. So schnell wie die 4 angekommen waren, so schnell waren sie auch schon am Eingang, im Bridge. Verschwunden allerdings noch nicht, wir konnten quasi noch eine Weile in den Korridor des Bridge schauen, wo Ewan und Charley wohl gleich ein Interview geben mussten. Auch dort waren noch einmal ein paar Filmkameras auf sie gerichtet. Doch dann waren unsere Stars dann doch von der Bildfläche verschwunden. Wir waren seelig, schauten uns kurz unsere geschossenen Bilder an. Nicht viele, aber immerhin... einige auch verwackelt. War halt doch zu aufregend. Karen hatte sogar das Glück mit ihrer Kamera einen kleinen Film zu drehen. Äußerst genial ! Für die nächsten Minuten waren wir erst mal damit zu Gange uns wieder von dem Moment zu erholen. Doch dann passierte auch schon das Nächste mit dem ich nicht gerechnet hätte. Am Anfang meiner Geschichte habe ich doch von dieser Kim berichtet, die behauptet hat eine Karte für’s Bridge zu haben. Da war ich wohl zu voreilig und meine Menschenkenntnis war wohl kurzzeitig verreist, denn ganz schnell und leise huschte diese Kim ins Bridge. Es bestand wirklich kein Zweifel, ich hatte sie wiedererkannt.

Nachdem ich auch den Moment verdaut hatte, hätten wir eigentlich gehen können. Doch das Programmheft lies mir einfach keine Ruhe. Ich wollte es unbedingt noch als krönenden Abschluß des Abends haben. Doch in der Situation habe ich mich zum ersten Mal nicht wirklich getraut meinen Mund aufzumachen. Ich glaube, ich habe noch eine weitere halbe Stunde gebraucht, um aufzutauen. Ambersky wollte eigentlich schon gehen und das setzte mich noch mehr unter Druck, ich war noch nicht ganz soweit. Doch dann schlug meine Stunde: links neben den Kameraleuten stand schon die ganze Zeit ein Mann mit Knopf im Ohr. Sehr wichtig ! Zu ihm bin ich hin und habe nach dem heiligen Programmheft gefragt. Ich konnte schon merken, das er nicht wirklich Lust auf diese Art von Gesprächen hatte, aber er ging rüber zum Eingang und unterhielt sich dort mit den inzwischen zwei Herren, die für die Gästeliste, und ich glaube auch Koordination, verantwortlich waren. Wir beobachteten, doch kurze Zeit später schüttelte nur der Mann mit Knopf im Ohr, ganz von oben herab mit dem Kopf. Sah ja dann nicht wirklich gut aus. Ich war schon ziemlich geknickt, aber wollte noch immer nicht aufgeben. Nicht eingestehen, das ich dieses Mal keinen Stich machen kann. Also bat ich Ambersky und Karen mir doch bitte noch etwas Zeit zu geben. Ich wollte in meinem Kopf noch eine weitere Lösung herbeizaubern. Wieder verging eine Weile, aber die Wartezeit wurde uns noch einmal gänzlich versüßt. Allerdings nicht mit Ewan. Wiedereinmal tauchte ein silberner BMW auf der Straße auf. Wir waren gespannt wer denn jetzt noch zu so später Stunde zu der Veranstaltung kommen würde. Außerdem wer sollte das denn nun sein, weil außer Ewan und Charley hatten wir ja nun noch niemanden wirklich erkannt. Der Wagen hielt nicht direkt vor dem Eingang, sondern direkt vor unseren Nasen. Noch bevor jemand aus dem Auto aussteigen konnte, konnte ich nur noch sagen, den kenne ich. Es stand Hugh Grant vor mir, da in England ja die Beifahrertür auf der linken Seite eines Autos ist ! Ich weiß nicht ob ich meinen Mund vor Staunen offen hatte, aber ich war doch schwer beeindruckt, denn Hugh Grant mag ich als Schauspieler auch ganz gern. Nicht so gerne wie Ewan aber wenn er schon einmal vor einem steht ! Noch so ein unvergesslicher Moment an den ich mich immer gerne erinnere ! Allerdings muß Hugh Grant nicht so gut drauf gewesen sein. Sein Gesicht sprach Bände und er gab den Fotographen eigentlich nur einen Hauch von Zeit ein Bild zu machen. Dann verschwand er auf nimmer Wiedersehen im Bridge.
Das Programmheft hing weiterhin am Himmel. Ich fragte Ambersky, ob sie mir mit ihrem guten Englisch etwas beistehen könnte und so kam es, das wir dann als ein Clan rüber auf die andere Seite zum Eingang sind und einen von den beiden, sich auch sehr wichtig vorkommenden Herren angesprochen haben. Man muß dazu sagen, das sie wohl in unserem Alter oder sogar jünger waren. Was die sich wohl eingebildet haben, ich weiß es nicht. Jedenfalls bekamen wir dann erst mal als Antwort, das ja noch lange nicht alle Gäste angekommen wären und absolut jeder Gast ein Heft bekommen sollte. Ausrede ! Die ganze Zeit über, wo wir die Szenerie am Eingang beobachtet haben, konnte man schon sehen, das so einige Gäste das Heft abgelehnt haben. Mindestens 3 Leute und das hätte ja schon genügt. Und wann wollten eigentlich noch weitere Gäste eintreffen, im Morgengrauen ? ! Aber wie sagen, wenn man eigentlich etwas erreichen will ? Sie ließen uns zappeln und fragten dann irgendwann wie wir überhaupt von dem Ereignis Wind bekommen hätten. Tja, in den unendlichen Weiten des Internets kann man so gut wie alles aufspüren. Das war dann unsere Antwort. Neugierig haben sie dann auch weiter gebohrt: wo wir denn her wären. Erstmal konnten wir mit Karen auftrumpfen und dann mit unserer Extrareise aus Deutschland. Leider war dann bei den Reisen dann nicht mehr drin auch noch das Eintrittsticket zu bezahlen. Ein bisschen Mitleidtour muß sein. Da wurde dann schon geschaut ! Und noch größere Augen konnte man erkennen als Ambersky begann zu erklären, das wir eigentlich gerne gewusst hätten, ob unsere selbstgearbeitete Tasche, die wir heute bei Waterstones abgegeben hatten, hier zur Versteigerung angekommen wäre. Das war ja schließlich auch irgendwie interessant zu wissen, denn wir hatten das als Idee in unserer Begleitkarte angebracht. Schlimm wurde es für mich persönlich, als Ambersky meinte ich solle mich mal umdrehen und meine Tasche zeigen die ich grad trug. Es war eine meiner selbstgenähten Moulin Rouge Taschen, wo ausgerechnet auch nur Ewan als Christian mit Zylinder zu sehen war. Äußerst unpassend für mich ! Eigentlich ist es mir nicht peinlich meine Taschen zu zeigen, im Gegenteil ich bin stolz. Aber ich konnte den beiden A-Löchern am Eingang nix abgewinnen und wusste genau, das sie das lächerlich finden würden. Genau das Grinsen stand dann auch in den Gesichtern als ich mich ja nun umdrehen musste. Allerdings behauptete der eine von den beiden, er würde mal reingehen und bei Ewan und Charley nachfragen, was mit unsere abgegebenen Tasche wäre. Er verschwand und war auch eine ganze Weile unterwegs. Währenddessen standen wir weiter rum und ernteten blöde Blicke. Irgendwann kam der Typ wieder und meinte die beiden wären am Essen und könnten dazu nix sagen... aber... jetzt kommt’s: Charley hätte gerne meine Tasche. Ich dachte ich höre nicht richtig. Was soll gerade Charley mit einer Moulin Rouge Tasche die Ewan zeigt und mit Goldkante verziert ist. Völlig unglaubwürdig in meinen Augen. Ambersky und Karen waren aber erst mal der Meinung ich solle meine Tasche rausrücken. Das ist mir aber total gegen den Strich gegangen, schon aus dem Grund, weil ich eben nicht glauben konnte das Charley meine Tasche haben wollte. Wenn sie gesagt hätten Ewan, dann wäre es schon etwas wahrscheinlicher gewesen. Ich sagte dann nur etwas forsch, das ich das nicht wolle und wenn überhaupt könnte Charley sie sich ja hier holen. Wieder die Nachfrage, ob ich meine Sachen in der Tasche nicht so in der Jackentasche unterbringen könne und außerdem wäre es ja für mich kein Problem mir die gleiche Tasche neu zu schneidern. Nein und nochmals Nein, ich wollte nicht ! Sofort wurden die beiden ziemlich zickig... sind nicht eigentlich nur Frauen zickig ? Hatte ich da vielleicht den Nerv getroffen, das die Story nur Fake war. Ich glaube schon und bin noch heute der Meinung! Ambersky übrigens mittlerweile auch. Aber wir blieben weiterhin wie eine Blockade vor dem Eingang stehen und erhielten nach weiterem Warten doch noch, warum auch immer, unsere Programmhefte. Wahrscheinlich sollten wir endlich von der Bildfläche verschwinden und waren einfach nur lästig. In dem Fall bin ich gerne lästig ! Als wir gerade gehen wollte, wir hatten ja nun genau das was wir noch gewollt hatten, kam dann noch mal die Frage ob wir nicht noch bis zum Schluß der Veranstaltung bleiben wollten. Die würde ja nur bis 1.00 Uhr oder 2.00 Uhr gehen. Danke, wir waren schon Eisblöcke. Wenn wir so reingekonnt hätten sicherlich, aber anstatt dessen hörten wir nur mehr oder weniger ins Lächerliche gezogen, was wir denn für Fans wären. Wir zogen von dannen. Und nach vollbrachtem Abend ging es ab in die Stadt zum Piccadilly Circus zum guten alten Burger King. Unsere Erlebnisse mussten wir doch bei einem Whopper nocheinmal Revue passieren lassen.

Meine Geschichte nimmt zwar ein plötzliches, und auch am Schluß etwas merkwürdiges Ende, aber genau so habe ich es erlebt und es ist weiß Gott nichts davon erfunden, auch wenn es sich vielleicht so anhört. Ich möchte aber trotzdem nicht einen einzigen Moment dieser Reise missen. Es war eine beeindruckende Ewan Reise nach London !!!!

Zum Schluß wollte ich auch noch berichten, das kurz nach dem Geschehen beim Bridge und unserer Rückkehr nach Deutschland ein Filmchen im Internet aufgetaucht ist, was Ewan und Charley zeigt wie sie im Korridor vom Bridge das Interview geben. Im Hintergrund, welcher die Straße draußen zeigt kann man Ambersky erkennen. Witzig ! Ist zwar alles sehr klein und unscharf, aber wir wissen, das wir dort waren und wissen das es Ambersky ist. Unser heimlicher Star vor’m Bridge !
Und es gibt noch etwas über die komische Kim zu erzählen: auf dem gleichen Filmchen wird am Ende gezeigt wer der Aktionsgewinner von Ewans Motorrad ist. Glaubt es oder nicht, es ist Kim die 85.000 Pfund ausgegeben hat und dafür eine Umarmung von Ewan und Charley einkassiert. Im wahren Leben ist sie in Amerika nämlich eine Star Architektin !







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