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Der Ghostwriter
auf der Berlinale
Viertel vor Nippelzwick - Ein Berlinale 2010 Fanbericht
Kapitel 1 – Es ist wirklich wahr Am Mittwoch morgen, etwa gegen um zwölf, fand sich in meinem Postfach eine Google Alert Mail zur Band MUSE. Aufgrund des mehrdeutigen Bandnamens belaufen sich gut die Hälfte der Nachrichten immer auf irgendwelche Musen von Künstlern. So auch diesmal. "Die Muse von Regisseur XYZ wird auch auf der Berlinale erwartet." Oh, stimmt. Es ist ja wieder was los in der Hauptstadt. Wer wohl alles kommt? Die Neugier siegte und ich befand mich einen Bruchteil einer Sekunde später bei Google und startete meine Recherche. Da ich dieses Jahr das Glück habe sehr zeitig mit den Prüfungen fertig zu sein und dadurch sehr früh Ferien habe, stand einem Spontantrip nach Berlin zeittechnisch nichts im Weg. Eines der ersten Suchergebnisse beinhaltete die Worte "Der Ghostwriter", "Roman Polanski" und "Premiere". An diesem Punkt schoss mein Puls schon in unermessliche Höhen. Das ist nicht wahr, oder? Nachdem ich den Artikel gelesen hatte stand fest: Es ist wahr! Ewan kommt nach Berlin! Nachdem ein wahnsinns Adrenalinschub durch meinen Körper schoss und alle klaren Gedanken mit sich riss, begann ich nach näheren Infos zu suchen und zu verifizieren. "Zieht immer mindestens fünf Quellen hinzu, wenn ihr eine Nachricht verifiziert", so viel hat uns unser Journalistikprofessor im ersten Semester eingetrichtert. Aber für fünf Quellen hatte ich keine Zeit. Ich brauchte Informationen. SOFORT. Und wo bekommt man die besser, detaillierter und schneller als irgendwo anders? Richtig. Im Ewanboard. Mein Gott, ich war ewig nicht mehr im Forum. Ab und an mal News lesen und Diskussionen zu aktuellen Themen, aber aktiv war ich da schon lange nicht mehr. Sei es drum. Die Aussicht auf Ewan im eigenem Land hat mir meine Schreiblust zurückgebracht. Immernoch hektisch schrieb ich schnell einen Eintrag in dem ich nochmal die wichtigsten Eckdaten erfragte: Ist es wahr? Wann? Wo? Wer kommt? Klar, nur ein kurzes zurückblättern im Thema hätte mir die Antworten auch gebracht, aber ich hatte keine Zeit. Nachdem der Eintrag fertig war marschierte ich, breit grinsend, ins Arbeitszimmer meines Vaters: "Ich bin am Freitag in Berlin." "Was? Warum?" "Ewan. Berlinale." "Du Verrückte." Daraufhin verließ ich das Zimmer wieder und lief noch ein bisschen orientierungslos aber laut quiekend und aufgeregt durch die Wohnung. Gut. Schritt zwei. Über Twitter schrieb ich schnell meine Freundin in Berlin an, ob sie von Freitag zu Samstag die Couch für mich räumen kann, ich bräuchte eine Unterkunft. Nachdem ich sie darüber informiert habe, dass Ewan wirklich kommt, war auch sie ganz aus dem Häuschen und wir verabredeten uns für den Roten Teppich. Übernachten konnte ich natürlich bei ihr. Die Spontanität dorthin zu fahren? Checked. Übernachtung? Checked. Zugtickets? ... werd ich am Freitagmorgen holen. Checked. Nachdem ich die Rahmenbedingungen ausgemacht und geschaffen hatte, fand ich mich wieder im Forum ein. Hmm, noch kein Reply. Gut, wer hockt auch mitten in der Woche zur Mittagszeit am Rechner und liest das Forum. Dumm gedacht, SecretSmile90. Also begann ich doch mal mich durch die älteren Beiträge zum Thema zu klicken. Laut diverser Mails an Lady Moulin Rouge wurde er als Gast bestätigt. Gut. Immerhin hab ich schon alle Hebel in Bewegung gesetzt um nach Berlin zu kommen. Die Morgenpost glänzte mit genauen Angaben zum Veranstaltungsort der Pressekonferenz und weiterer Termine. Dankeschön dafür. Damit hatte ich ziemlich schnell alle meine gestellten Fragen beantwortet. Aber Grillchen hatte dann doch noch relativ zeitnah zurückgeschrieben, sodass ich alle Angaben nochmal aus fansicherer Quelle bestätigt bekam. :-) Den Rest des Tages verbrachte ich mehr oder weniger damit mir lustige Situationen auszudenken und wie ich auf diese reagiere. Natürlich waren das alles Hirngespinnste, aber es fördert die Vorfreude. ;-) Außerdem hatten meine beste Freundin und ich viel Spaß dabei: "Was meinste? Soll ich Ewan anpflaumen wegen dem Rumgeschwule mit Jim Carrey?" "Kannste machen, aber ich denk da wird er dir ganz männlich eine klatschen." "Au ja. Mit einem weißen Handschuh." "Den er kurz vorher ausgezogen hat." "Und danach dreht er sich mit einem zickigen 'Püh' und wehendem Haar um." "Und geht weg." Solche ausgedachten Szenarios brachten mich dann durch den Mittwoch und den darauf folgenden Donnerstag. Donnerstagabend bin ich dann nur noch im Dreieck gelaufen. Um ehrlich zu sein habe ich mir weniger Gedanken um Ewan gemacht. Ich werde ihn sehen und ich werde ein Autogramm bekommen. Das war so sicher wie das Amen in der Kirche. Ich habe bisher immer das bekommen, was ich wollte. Zumindest wenn es um solche Fanaktionen ging. Meine Gedanken kreisten sich eher um die Temperaturen und das lange Stehen. Im Prinzip macht mir das Warten in einer Gruppe von Fans nichts aus. Je länger man steht, desto mehr besteht die Chance nette Gesprächspartner zu finden und die Zeit so totzuschlagen. Aber stundenlang bei den Temperaturen draußen stehen? Ohje. Das war das letzte an was ich bei meiner Kurzschlussreaktion gedacht hatte. Aber da muss man durch. Ich suchte mir für den nächsten Tag dicke Klamotten aus dem Schrank raus, packte so noch das wichtigste ein und machte mich anschließend ins Bett. Aber vor halb zwei bin ich auch nicht eingeschlafen. Kapitel 2 – Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin Am Freitagmorgen bin ich um sieben aufgestanden. Der Zug ging zwar erst 9:25 Uhr, aber da ich noch Karten kaufen musste und auch so eher ein Freund von ordentlichen Zeitpuffern bin, war ich schon dreiviertel neun (viertel vor neun, 8:45 Uhr) in der Stadt am Bahnhof. Tickets waren schnell gekauft und somit hatte ich noch mehr als genug Zeit in der internationalen Ecke unseres Zeitungs-/Buchladens am Bahnhof zu stöbern. Und was fällt mir da in die Hände? Das neue „Doctor Who“ Magazine. Hach ja, wenn das durch den Import nur nicht so teuer wär. Na gut, aber das war für die kommenden zwei Tage eh das falsche Fandom. Also ließ ich die 12€ Zeitschrift liegen. Trotzdem habe ich sie etwas versteckt, falls es mich bei meiner Rückkehr doch noch packt. Pünktlich 9:25 Uhr fuhr der Zug los. Nächster Halt: "Berlin, Potsdamer Platz." Ach ja, das ist das schöne am Connex. Für relativ wenig Geld (und dabei vergleiche ich mit der Deutschen Bahn) ohne Zwischenhalt von Leipzig nach Berlin. Auch ein Grund, warum ich in letzter Zeit immer öfter spontan in die Hauptstadt fahr. Ebenfalls pünktlich 10:47 Uhr kamen wir in Berlin an. Raus aus dem Zug und erstmal gucken wo ich jetzt überhaupt gerade war. Zwar war ich wie gesagt in letzter Zeit oft in der Stadt, aber ich habe trotzdem immernoch eine Orientierung wie ein Maulwurf in der Lampenabteilung vom Praktiker. Sony Center. Das kenn ich. Das wird mein Ausgangspunkt. Ich wolle ohnehin nochmal am Filmmuseum vorbei, also passte das schon. Mein Gott war der Weg dorthin gefährlich. Alles glatt, überall Schnee und Eis. Mittlerweile müsste man es ja gewohnt sein, aber ich lief trotzdem wie auf Eiern. Im Sony Center selbst war es am schlimmsten. Die Metallplatten machten das Laufen ohne zu rutschen unmöglich. Drei Kreuze, dass ich mich dort nicht hingelegt habe. Auch wenn ich sehr sehr oft ganz kurz davor war. Danach bin ich dann endlich Richtung Berlinale Palast gestiefelt. Das hatte sich auch etwas schwerer gestaltet, da alle Straßen irgendwie gleich aussahen. Außerdem hatte ich mir den Straßennamen nicht gemerkt und selbst war ich ja noch nie dort in der Ecke. Zumindest nicht bewusst. Aber mein Vater spielte dann übers Handy mein Navi und lotste mich durch die Straßen bis direkt an den Roten Teppich. Kapitel 3 – Von Jägern und Sammlern Wow. Der Berlinalebär, der Teppich, das Theater, die Absperrungen, überall Fernsehteams... Heaven, I'm in heaven... Und es standen sogar schon Fans da. Irre. Aber da der erste Termin nicht der Rote Teppich, sondern die Presse Konferenz war, lief ich erstmal los um das Hotel zu suchen. Dürfte ja nicht weit weg sein. Den Vorderausgang hatte ich dann auch schnell gefunden, nur... klar, da war niemand. Also einmal drumrum, bis ich ein Grüppchen von vielleicht 20 Leuten sah, die sich hinter zwei Absperrungen rund um einen Hinterausgang tümmelten. THAT'S A BINGO. Also hin da. Erstmal direkt an die Tür stellen. Dort fanden sich ein paar Autogrammjäger. Ganz ehrlich? Ich mag die ja nicht. Leute, die Autogramme sammeln wie Pokemon Karten und so Sätze raushauen wie "Ich brauch unbedingt noch einen Brosnan. McGregor hab ich schon. Aber Brosnan fehlt noch." sind mir unsympathisch. Klar soll jeder Fan die Chance haben eine Unterschrift seines Stars zu bekommen, aber die Jungs als Sammelobjekte zu sehen find ich doch eher unangebracht. Aber dagegen konnte ich in dem Moment auch nichts tun. Also hingestellt und abgewartet. Praktisch ist die Gesellschaft von Autogrammjägern jedoch, wenn man wissen will welcher Star wann wo ist. Denn die Jäger und Jägerinnen scheinen diese Informationen vor dem Festival auswendig zu lernen. Wenn ich also Lust gehabt hätte, hätt ich mich noch zum Hotel begeben können. Aber im Ernst: Zwei Hotspots reichen. Und um noch groß irgendwelche Hotels zu suchen war es auch zu kalt. Als die Jungs und Mädels dann noch begannen von so genannten „Ampelaktionen“ zu sprechen, was im Prinzip das Abfangen von Autos an einer Kreuzung o.ä. ist, sanken sie in meinem Ansehen in den Keller. Insiderwissen hin oder her. Was die da vorhatten ging zu weit. Folglich vermied ich es auch das Gespräch mit denen zu suchen und entschied mich für die Rolle als Einzelkämpfer. Das ist zwar schwerer und bietet einem die wohl ungünstigste Ausgangsposition, aber es war moralisch vertretbar. ^^ Kurzzeitig bin ich auch mal auf die andere Seite zu den Fans dort gewechselt. Wo ich dritte Reihe stehe ist ja egal. Ganz vor komm ich eh nicht mehr. Aber auf dieser Seite fanden sich zwar keine selbstverliebten Autogrammjäger, dafür aber ein angehender Superstar. Das wollten mir seine Kumpels zumindest weismachen. Ich habe mir gestern mal die 15 letzten Kandidaten von DSDS angeguckt, aber da kam mir keiner bekannt vor. Wer weiß was das für ein Spinner war. Auf jeden Fall waren er und seine Kumpels gruselig, sodass ich doch eher die Gesellschaft der Jäger vorzog. Etwa zehn Minuten vor der PK kam Pierce Brosnan an. Er schrieb links und rechts ein paar Autogramme, hat nett geguckt, war nicht sehr gesprächig und verschwand im Hotel. Fünf Minuten später kam Ewan. Raus aus dem Auto und rüber auf die Seite, wo der "Superstar" stand. Was bei Brosnan fototechnisch noch relativ gut klappte, endete bei Ewan in einem Desaster. Kein einziges Foto ist was geworden. Immer stand jemand davor, oder der Focus meiner Kamera verstellte sich oder ich wurde geschubst. Am Ende hatte ich diverse Fotos von einzelnen Körperteilen. Ein Ewan zum Selberbasteln so zu sagen. Eine Schulter, ein Ohr, ein halbes Gesicht, Haare... und natürlich kein Autogramm. Die vergeigten Fotos ärgern mich in so fern, da er ja eine Lederjacke anhatte. SEX. ON. LEGS. sag ich nur. Davon hätt ich gern ein paar ordentliche Bilder gehabt. Aber es hat nicht sollen sein. Schade. Nachdem beide ins Hotel verschwunden sind (Olivia kam auch noch, aber ich hab sie gemeinerweise den ganzen Tag ignoriert) kehrte erstmal Ruhe ein. Die Jäger freuten sich oder meckerten, und tauschten ihre Ansichten zum eben gesehenen lautstark aus. Ich für meinen Teil hatte es satt unter dem tropfenden Vordach zu stehen und machte mich schnell auf zu dm um mir einen Schirm zu kaufen. Solche Investitionen müssen einfach sein. Ich war so schon klatschnass vom Schneeregen und das Wetter versprach nicht besser zu werden. Als ich in die Arkaden rein bin sah ich erstmal nur Menschen. Rechts eine Schlange deren Ende ich nicht ausmachen konnte, links eine Schlange deren Ende ich nicht ausmachen konnte. Irre. Die standen alle noch für Karten an. Na mir würde was fehlen. Egal. Ich bin dann schnell durch die Gänge gesprintet, hin zu dm. Schirm geschnappt. Kasse. Ich hatte zwei Kassen zur Auswahl. Links standen ein paar Leute mit je ziemlich viel Kleinkram. Rechts standen weniger Leute. Also stellte ich mich rechts hin. Dann musste rechts aber das Band gewechselt werden. Ich bewegte mich langsam nach links. Band war aber schnell gewechselt, also wieder nach rechts. Die zwei Leute vor mir waren schnell durch. Aber gerade als ich drankommen sollte, schnellte eine Frau mit zwei Reklamationen dazwischen. Damit hatte ich verloren. Die folgenden vier Minuten sah ich zu, wie die linke Kasse die Kunden in einem Affenzahn abfertigte und die Leute, die eigentlich hinter mir gestanden hätten an mir vorbeizogen. Wunderbar. Aber irgendwann schaffte auch ich es meinen Schirm zu bezahlen und spurtete zurück zum Hotel. Getan hatte sich da nicht viel. Die paar Jungs, die sich vor ein paar Stunden zum Adlon Hotel aufgemacht hatten, waren ohne Erfolg auch wieder zurückgekehrt und alles in allem war es ein ziemlich ruhiges Warten bis die Schauspieler wieder rauskamen. Die Schirmträger, zu denen ich mich nun ja auch zählen durfte, hatten von Zeit zu Zeit etwas mit den Leuten zu kämpfen, die sie volltropften. Am Ende hatte mich ein Typ aufgefordert den Schirm wieder zuzumachen, und da er zwei Köpfe größer als ich und doppelt so breit war, dachte ich es sei doch das Beste zu tun was er sagt. Nass war ich so oder so. Etwa eine halbe Stunde später kamen Pierce, Ewan und Olivia dann wieder aus dem Hotel. So sagte man zumindest. Ich für meinen Teil habe nichts mitbekommen, da sie wirklich aus der Tür raus und ins Auto rein stürmten. So schnell kann kein Mensch gucken. Sehr zum Ärger der Autogrammjäger. Jetzt hatte der Kerl doch keinen Brosnan, obwohl er doch unbedingt noch einen für seine Sammlung brauchte. ;-) Ein Schmunzeln konnte ich mir in diesem Moment nicht verkneifen. Kapitel 4 – Ein äquivalenter Tausch mit Hindernissen Als ich noch in der Menge stand, konnte ich schon Lady Moulin Rouge und Grillchen99 auf der anderen Straßenseite ausmachen. Ich hatte ja beide noch nie gesehen und ich hoffte, dass Lady Moulin Rouge noch ihre knallig roten Haare hatte, sodass ich sie entdecke. Und so war es auch. Der Rotschopf leuchtete durch die Menschenmenge und ich stiefelte rüber. Als ich hinter ihr stand vergewisserte ich mich nochmal: Gürteltieranhänger. Jep, das passt. "Hallo Lady Moulin Rouge!" Sie drehte sich um und "DU HAST ES JA DOCH GESCHAFFT!!!". Ich dachte nur "Öhm, ja. Da war ja so kein Zweifel dran." aber dann stellte sich heraus, dass sie mich mit Stefinka verwechselte. Es folgte ein ziemlicher "awkward moment" aber kurz darauf freundeten wir uns alle mit dem Gedanken an, dass ich nicht Stefinka bin. Danach gings zum großen Roten Teppich. Da Lady Moulin Rouge und ihr Mann noch geschäftlich etwas zu erledigen hatten, vertrieben Grillchen99, ihr Mann und ich uns die Zeit auf der Suche nach einem guten Platz. Logistisch am idealsten ist natürlich der Punkt genau gegenüber vom Teppich, da wo die Autos halten und die Stars aussteigen. Doch wie ich schon am Morgen feststellte standen da schon Fans. Und jetzt kommts: Das waren alles Shah Rukh Khan Fans. Die Premiere für "My Name Is Khan" war für 22:30 Uhr angesetzt, also NACH uns, und trotzdem stellten sich 14 Stunden vorher schon Fans an die Absperrung und warteten. Ja, auch ich habe schon stundenlang auf Idole gewartet, aber nie so lange. Und ich würde es sicher auch nie machen. Sowas ist nicht normal. Somal Khan auch wahnsinnig fannah zu sein scheint. Laut Berichten der Jäger schrieb er noch am Abend zuvor sehr lange Autogramme am Hotel, hat viele Fotos gemacht, sich Zeit genommen für die Fans. Genauso soll es auch bei der Presse Konferenz gewesen sein. Es gibt also keinen Grund so früh schon am Teppich zu warten mit der Angst ihn womöglich zu verpassen. Außerdem haben die uns unsere Plätze weggenommen!! Grillchen99 versuchte mit den Fans aus der ersten Reihe zu verhandeln. Wir boten an uns bis zu Ewan in die erste Reihe zu stellen, und sobald er weg war wieder zurück zu tauschen. Aber da war kein Durchkommen. Die Mädels blieben stur. Irre. Als dann ein Kamerateam noch ein Podest genau dorthin stellen wollte, wo sich die Fans acht Stunden vorher positioniert hatten, hatte das Team auch schlechte Karten. Trotz der Aufforderung doch etwas zusammenzurücken tat sich von Seiten der Fans nichts. Die wurden sogar noch patzig. Als die Situation keine Hoffnung auf Besserung mehr zeigte, machten sich Lady Moulin Rouge, Grillchen99 und Gefolge ( ;-) ) auf die Suche nach einem guten Platz weiter hinten am Teppich. Dort fanden sie dann auch tatsächlich nette Khan Fans, die sich auf den Tausch einließen und wir hatten nette Gesellschaft für den Abend gefunden. Es folgten eiskalte, lange, nicht enden wollende Stunden des Wartens. Ich glaub die letzte Stunde war die härteste. Durchgefrohren bis auf die Knochen mit steigender Aufregung standen wir da und schauten alle fünf Minuten auf die Uhr. Nachdem die Fotografen sich positionierten, die "namenlosen" Gäste das Theater betraten und nach und nach die Autos vorfuhren begaben wir uns in Startposition. Ich spuckte meinen Kaugummi weg (bevor er mir beim Schreien noch vor Ewan aus dem Mund fällt xD), Grillchen99 und ich hielten das Banner fest, bereit es beim Eintreffen von Ewan fallen zu lassen, und die Kamera wurde rausgekramt und schonmal eingeschaltet. Meinen mit der Aufschrift "EWAN COME OVER HERE!" beschmierten orangefarbenen Regenschirm drückten wir einem der Khan Fans in die Hand. Von uns aus konnte es losgehen. Kapitel 5 – „EWAN, COME OVER HERE!“ Ich weiß nicht mehr wer zuerst kam, aber als Ewan ausstieg brach die Hölle los. Wir haben uns die Seelen aus dem Leib geschrien, dass er auch ja zu uns rüberkommt. Immerhin standen wir doch sehr abseits. Schockmoment! Ewan steuert den Teppich an ohne sich auch nur um einen einzigen Fan gekümmert zu haben. Doch dann die Erleichterung. Er kommt doch rüber. Als er begann zu schreiben und sich langsam zu uns hinter bewegte stieg die Freude an. Juhu, wir werden nicht übersehen. :D Als er dann endlich bei uns war trat mein vorher schon befürchtetes Problem auf: Multitasking. Banner halten. Poster halten. Fotos machen. Anhimmeln. Ich beschloss mich auf die Fotos zu konzentrieren und hielt mein Trainspottingposter, was ich unterschrieben haben wollte, unbewusst nur noch irgendwohin. Als er dann bei uns war und Autogramme schrieb, versuchte ich irgendwie einigermaßen ordentliche Fotos zu machen. Also ich dann einen leichten Druck auf meinem Poster spürte, und merkte, dass er unterschreibt ohne dass ich es ihm brutal unter die Nase gehalten habe, musste ich schon irgendwie schmunzeln. Weiß auch nicht warum. Als alles unterschrieben war machte er sich wieder auf Richtung Teppich. Und da fiel mir dann auch mal auf, dass er Eve mitgebracht hatte. *quiek* Also, ich bin ein weiblicher Ewan Fan. Natürlich find ich es nicht gut, dass er verheiratet ist. Aber wenn man sich damit abfindet, dass der Man weg vom Markt ist, freut man sich doch irgendwann für ihn. Und nach den ganzen Fremdgehgerüchten der letzten Tage war ihre Anwesenheit und der Kuss auf dem Teppich so ein richtiger "IN YOUR FACE" Moment für die Klatschpresse. Bis alle im Theater waren verbrachten wir die Zeit damit den großen Bildschirm abzufilmen oder abzufotografieren. Optimal sind die Bilder natürlich nicht. Dafür waren wir zu weit weg und außerdem verdeckten die unzähligen Fotografen einige Teile des Bildes, aber ich konnte den entstandenen Fotos doch etwas abgewinnen, als ich zu Hause merkte, dass ein Kameramann so ungünstig stand, dass seine Silhouette den Stars auf der Leinwand immer wieder einen lustigen Bart zauberte. *lach* Pierce mit Vollkameramannbart und Ewan mit Mikrofonfranzosenschnauzbart. Ja, es sind die kleinen Dinge im Leben... Als alles vorbei war schälten wir uns so aus der Masse, dass die Khan Fans ihren alten Platz wiederbekamen. Hat, so weit ich das mitbekommen habe, auch super geklappt. Als ich wieder in "Freiheit" war, musste ich erstmal meine Freundin begrüßen, die mittlerweile auch eingetroffen war und sogar ein Autogramm bekommen hat. Da wir uns lange nicht mehr gesehen haben war die Freude natürlich groß und ich vergaß total mich von Lady Moulin Rouge und Grillchen99 zu verabschieden. Das tut mir immernoch voll leid. Hoffe die beiden waren nicht allzu sauer. :/ Kapitel 6 – Die Nacht wird lang Dann ging es recht schnell Richtung Bahn und ab nach Hause. Couch. Sitzen. Im Warmen. Auftauend. Es war so schön. Wir haben dann erstmal Essen gemacht, Schillerstraße geguckt und die geschossenen Fotos auf den Laptop geladen. Da wir beide nicht wirklich müde waren, kam uns die hirnverbrannte Idee doch gar nicht zu schlafen und die Olympia Eröffnung zu gucken. Aber bis dahin waren es noch 5 Stunden. Also starteten wir einen Marathon. Die ganze Golden Globe 2010 Verleihung geguckt, dann noch die Emmys 2009 und anschließend noch ein paar Szenen aus „Inglourious Basterds". Um drei ging dann die Eröffnungsfeier los. Ich muss gestehen, dass ich gegen halb fünf dann doch auf der Couch eingeschlafen bin. Meine Freundin weckte mich dann als die Feier zu Ende war. Wir frühstückten und machten uns auf dem Weg zum Bahnhof, wo mein Zug um acht wieder Richtung Leipzig abfahren sollte. Der Rest des Tages ist ziemlich verschwommen, da ich immer wieder eingeschlafen bin. Sogar auf dem Weg nach Hause beim Laufen. Ja, man kann im Laufen einschlafen. Gegen Abend war ich dann wieder wach und konnte nochmal alles Revue passieren lassen. Es war ein toller Tag und ich hätte mich maßlos geärgert, wenn ich die Aktion nicht durchgezogen hätte. :-) |
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