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An diese Form des virtuellen Filmemachens mußten sich die Schauspieler erst gewöhnen. Ausstatter Gavin Boucquet beobachtete, daß Liam Neeson "in der ersten Woche völlig neben sich stand. Es fiel ihm schwer, den richtigen Ausdruck zu finden, weil ihm das Spiel vor der grünen Wand völlig fremd war." Ewan McGregor bezeichnete die Arbeit vor der Green Screen gar als langweilig. Einmal warf er frustriert sein Laserschwert in die Ecke und mußte es eigenhändig und äußerst mürrisch reparieren. Nachdem er erste Muster der Laserschwert-Duelle gesehen hatte, war ihm dann kein Wort der Kritik mehr zu entlocken.
Auszüge aus der Cinema 8 / 1999
Der McJedi (Interview: Scott Orlin) "Trainspotting"-Star Ewan McGregor spielt gern den etwas anderen Weltraum-Ritter Wie fühlt man sich als Jedi, Mister McGregor? Cool. Es sieht klasse aus und ist einfach cool. Können Sie sich an den Tag erinnern, an dem Ihnen George Lucas anbot, Obi-Wan Kenobi zu spielen, und was ging da in Ihnen vor? Das war am ersten Drehtag von "Velvet Godmine". Mein Agent rief an, sagte, was Sache ist, und flehte mich inständig an, mit niemandem ein Sterbenswörtchen darüber zu reden. Ich lief den ganzen Tag selig lächelnd am Set herum. Die Leute erkundigten sich schon, ob mit mir alles in Ordnung sei. Später gab es eine Phase, in der ich hin und her überlegte, ob ich zusagen soll oder nicht.Sie sehen ja, was dabei herausgekommen ist. Hatten Sie als kleiner Junge "Star Wars"-Spielsachen? Ein paar. Meine erste Figur war Chewbacca, aber dann begann ich mich für Prinzessin Leia zu interessieren... Im Ernst? Sie waren ein Fan dieser Frau mit der fürchterlichen Schneckenfrisur? Und wie! Ich habe sie regelrecht angebetet. Es war Liebe auf den ersten Blick. Später war ich tierisch eifersüchtig auf Harrison Ford. Noch heute schlägt ein kleiner Teil meinens Herzens für Prinzessin Leia. Sie mußten bei über 70 Prozent der Dreharbeiten vor der Blue Screen spielen und mit Wesen interagieren, die physisch nicht vorhanden waren. Wie kamen Sie mit den virtuellen Drehbedingungen zurecht? Es war bizarr. Man gewöhnt sich daran, aber wenn man wie ich noch nie mit einer solchen Technik gearbeitet hat, sind die Abläufe extrem gewöhnungsbedürftig. Bei den Proben wurden Body-Doubles eingesetzt, so daß Liam und ich wenigstens wußten, in welche Richtung wir zu schauen hatten. Und diese vielen Leute, die ständig um einen rumschwirren... Neben den Maskenbildnern, Beleuchtern, Ausstattern und was so zum Film dazugehört waren da all diese Trick-Experten von ILM. Am Anfang habe ich sie ein paar Mal gefragt, wofür sie zuständig sind, und dann fingen sie an zu erklären. Ich verstand nur Bahnhof. Sie sagten darauf: "Ey, du bist nur der Schauspieler, du mußt das nicht kapieren." Kommt man sich dabei als Darsteller nicht entmündigt vor? Wer sich auf einen Film dieser Art einläßt, darf sich keinen Illusionen hingeben. Wenn man unter herkömmlichen Bedingungen einen Film dreht, kommt es darauf an, was sich vor der Kamera abspielt. Bei "Star Wars" ist es umgekehrt. Es kommt darauf an, was vor der Kamera nicht zu sehen ist. Das hört sich verrückt an, hat aber seine innere Logik. Im Grunde handelt es sich nur um eine etwas andere Schauspieltechnik. Ich fühlte mich nicht wie eine menschliche Marionette, wenn sie das meinen. Stimmt es, daß es am Set verboten war, Ihr Laserschwert zu berühren? Niemand betatscht mein Laserschwert (lacht). Da könnte ja jeder kommen. "Star Wars" beschreibt den ewigen Kampf des Guten gegen das Böse. Wie sieht die böse Seite von Ewan McGregor aus? Wir haben bestimmt alle eine, es kommt nur darauf an, sie vernünftig zu kanalisieren. Journalisten verprügeln, vielleicht? (lacht) Es ist nicht immer leicht, dieser Versuchung zu widerstehen. Auch jetzt? Hören Sie mal, ich bin ein Jedi! Ich komme im Auftrag des Friedens! |