In seinem neuen Film "Down With Love" kämpft Ewan McGregor gegen die Liebe. Im wahren Leben hat er sein Herz längst verlorenEr sieht aus, als käme er gerade von der Nachtschicht. "Mein größter Wunsch ist es, einmal auszuschlafen" gähnt Ewan McGregor, 32. "Ich bin wohl zum Workaholic mutiert." Jüngstes Ergebnis seiner Arbeitswut: "Down With Love" (Start: 25.12.), eine Hommage an die Komödien der Sixties - er spielt einen notorischen Schürzenjäger. Im Moment gilt es allerdings, den Briten wach zu halten. Zigarette? O.k., los geht's - nicht einschlafen, Ewan!freundin: In "Down With Love" geht's um die Trennung von Sex und Liebe. Können Männer das besser als Frauen? Ewan McGregor: Ich weiß, das Gerücht hält sich hartnäckig. Ich habe allerdings schon ein paar Frauen kennen gelernt, die das auch ziemlich souverän praktizierten. freundin: Im Film spielen Sie einen Womanizer und Playboy. Haben Sie aus persönlichen Erfahrungen geschöpft? Ewan McGregor: (Lacht) Ich war sicher kein Kind von Traurigkeit. Und es gab Zeiten, da habe ich mich in einer Woche mindestens zweimal verliebt. Zu einem Playboy hat es bei mir trotzdem nicht gereicht, dazu fehlte mir das Geld. freundin: Was mittlerweile wohl kein Problem mehr ist. Ewan McGregor: Stimmt. Aber ich bin seit acht Jahren glücklich mit Eve (Mavrakis, 37, Französin und ehemalige Produktionsdesignerin, Anm. d. Red.) verheiratet. Wir haben zwei Töchter, Clara, 7, und Esther, 2. So sehr ich meine "Jäger und Sammler"-Jahre genossen habe - sie sind vorbei. freundin: Erzählen Sie doch mal von dem Moment, als Sie sich in Ihre Frau verliebt haben... Ewan McGregor: ... die Schmetterlinge in meinem Bauch spielten so verrückt wie noch nie zuvor. Eve hat mich total umgehauen, und da wusste ich: Sie ist die perfekte Frau für mich, und zwar für das ganze Leben. freundin: Sie sind also ein rundum glücklicher Mensch? Ewan McGregor: Ich habe mich schon sehr früh entschieden, lieber glücklich als unglücklich zu sein. Ich finde, Glück zu haben ist letztlich Einstellungssache. Nichts ist mir fremder, als ständig über mein Schicksal nachzugrübeln oder mich über Dinge, die nicht so gut laufen, zu ärgern. freundin: Es läuft ja auch ganz gut. Obwohl Sie anscheinend keine Ambitionen haben, in Hollywood richtig Fuß zu fassen. Warum eigentlich? Ewan McGregor: Ich suche mir meine Filme nicht danach aus, wo sie gedreht werden. Sondern ob sich mir gefallen oder nicht. Ich habe zum Beispiel letztes Jahr einen Film - "Young Adams" [sic!] - in meiner Heimat Schottland gedreht. Der ist radikal anders als "Down With Love". So etwas liebe ich. In Hollywood wäre der Film wegen der vielen harten Sex-Szenen erstens nie gedreht worden, und zweitens ist er wohl auch sehr imageschädigend. Außerdem finde ich die L.A.-Szene nicht sehr prickelnd. freundin: Also kein Dinner im "Spago"? Ewan McGregor: Diese VIP-Fresstempel turnen mich total ab. Kennt man einen, kennt man alle. Überall sieht man dieselben Stars und Möchtegerns, die die Bedienung mit Änderungswünschen nerven. Außerdem: Die würden sich bedanken, wenn ich dort Shepherd's Pie oder Kartoffelbrei mit Würstchen bestellen würde... Ulrich Lössl |